„Onlineshop“ Turbado: Vertragsfalle Miete statt Kauf

Wenn auch Sie ein Smartphone oder Tablet im slowakischen „Onlineshop“ Turbado gekauft haben, sollten Sie das Geschäft dringen noch einmal überprüfen, denn es könnte gut sein, dass Sie das Gerät nicht gekauft, sondern nur gemietet haben und das dicke Ende noch hinterherkommt.

Die Kunden sollten glauben, die Geräte günstig kaufen zu können

Dass es sich um einen Miet- und keinen Kaufvertrag handelt, konnten die Kunden nur im Kleingedruckten erkennen. Die Werbung und der Bestellvorgang erweckten den Eindruck, man könne die Geräte günstig kaufen. Tatsächlich wurden diese aber nur zur Miete angeboten.

Der „zu zahlende Betrag“ war nicht etwa der Kaufpreis, sondern eine „Mietsicherheit“, die mit dem „nach aktueller Staffel“ geschuldeten Mietzins verrechnet werden sollte. Dass es sich de facto nur um Mietverträge handelte, ging ausschließlich aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen hervor.

Täuschung über den Vertragscharakter

Deshalb hat die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) gegen das Unternehmen geklagt, und das Landgericht Berlin hat Turbado untersagt, Smartphones, Tablets und Konsolen anzubieten, ohne darüber zu informieren, dass die Geräte nur vermietet werden. Der Onlineshop Turbado muss darauf hinweisen, wenn er Geräte vermietet.

Das Gericht kam zu dem Urteil: „Es handelt sich schlicht um eine Vertragsfalle.“ (Az. 15 O 107/18)

„Turbado hatte es offensichtlich darauf angelegt, Kunden über den Vertragscharakter zu täuschen“, begründet die Rechtsreferentin Jana Brockfeld des VZBV. „Statt ein Smartphone günstig zu kaufen, schlossen die Verbraucherinnen und Verbraucher unbemerkt einen teuren Mietvertrag ab. Es ist gut, dass das Landgericht Berlin dieser Vertragsfalle einen Riegel vorschiebt und Verbraucher vor dieser Abzock-Masche schützt.“

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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