Porno-Erpresser wechseln bei Mails zum Smartphone

Es ist in letzter Zeit eine Seuche: Porno-Erpresser schicken teilweise ein Dutzend Mails pro Emailadresse und Tag raus, um damit die Empfänger zu erpressen. Im Juli hat der Spuk begonnen, aber die Erpresserbriefe bezogen sich bisher nur auf einen gehackten Desktop.

Die Desktop-Variante der Porno-Erpressermails

Um zu belegen, dass sie den Adressaten angeblich beim „Nutzen einer Pornoseite“ mit einer Spyware beim Onanieren gefilmt haben und wollen das Video an alle Adressen, die sie angeblich auf dem gehackten PC gefunden haben, versenden, wenn man ihnen nicht umgehend Bitcoin im Wert von 1.600$ zahlt. Die Höhe der Forderungen wechselt schon einmal bei Neuauflagen der Kampagnen.

Zum Beleg steht das angebliche Passwort des Opfers schon im Betreff und auch direkt am Anfang der Erpresserbriefe – bei mir ein Passwort, das ich nie irgendwo genutzt habe, und seit vorgestern steht hinter dem Doppelpunkt im Betreff und zwischen den Klammern am Anfang der Mail einfach nur nichts…

Lächerliche Erpressungsversuche mit leeren Drohungen

Inzwischen sollen die schlecht gemachten leeren Drohungen auch schon mit einer Smartphone-Legende laufen, wobei die Erpresser mit einem Teil der Telefonnummer beweisen wollen, dass sie Zugriff auf das Handy hatten:

„Ey Alder, ich kenn Deine Telefonnummer, schick mal Dein Hartz4 der letzten beiden Monate rüber!“ – und das gleich ein Dutzend mal pro Tag…

Die ganze Erpressung ist so selten dämlich angelegt, dass man schon mit dem Klammerbeutel gepudert sein muss, wenn man diesen Möchtegern-Erpressern, von denen einen im Minutenabstand gleich ein halbes Dutzend Erpressermails mit unterschiedlichen Frauenvornamen als Absender erreichen, wirklich Bitcoin schickt.

Man braucht ja auch schon gute Englischkenntnisse, um zu erkennen, was die Cyberkriminellen von einem wollen, denn alle deutschen Adressaten bekommen natürlich englischsprachige Erpresserbriefe!

Wer hat schon täglich 20.000 Dollar für strunzblöde Erpresser übrig?

Bei der Forderung von bis zu 1.600$  und einem Dutzend Mails täglich soll man dann also ungefähr 20.000 Dollar pro Tag bezahlen – bei mir ist das mehr als das Doppelte meines Jahreseinkommens – und es soll sogar noch ärmere Menschen in Deutschland geben.

Am besten sollten Sie solche Mails einfach löschen – und vielleicht überprüfen, ob Sie ihren Spamfilter für das Postfach nicht noch etwas schärfer einstellen können…

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Wie 10-Prozent-Tayyip zum Ver-Lira wurde

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte seine Ziele fast erreicht: Zehntausende Oppositionelle eingesperrt, die Medien gleichgeschaltet, der Nationalbank die Hände gebunden – und in den Schulen werden Koranverse statt Wissenschaft gelehrt.

Auch im angrenzenden Ausland „militärische Erfolge“. Wer den Russen einen Kampfjet unter dem Hintern wegballert, wird auch mit Kurden und Syrern fertig. Der Norden von Syrien sieht mit seinen Firmenschildern von türkischen Banken schon aus wie eine Südprovinz des „Neuen Osmanischen Reiches„.

Apropos Reich: Reich gemacht hat der als Kleptokrat bekannte Erdogan sich und seine Familie dabei auch – daher der Spitzname „10-Prozent-Tayyip“.

Politische Gegner lassen sich leichter kontrollieren als die Wirtschaft

Aber gegen die Regeln der Weltwirtschaft kommt kein Koranvers und auch keine korrupte türkische Herrscherfamilie an, wie der seit Ende letzter Woche galloppierende Kursverfall der Lira deutlich zeigt.

Aber das braucht der kleine Türke mit der Fistelstimme auch nicht wirklich am Kurs der türkischen Lira ablesen, denn er war es ja letztlich selbst, der das Land mit seinen Investition in teils aberwitzige Bauprojekte auf Pump in den Abgrund geschickt hat.

Vor zwei Jahren kostete der Euro noch 3,3 Lira – heute mussten zeitweilig über 8 Lira für einen Euro auf den Tisch gelegt werden. Arabische Urlauber fallen schon über die türkischen Kaufhäuser her und kaufen, was ihre Reisekasse hergibt, denn sie kriegen doppelt so viele Lira für ihre Kohle, wie sie vor ihrem Urlaub gedacht hatten.

Türken bekommen ihren Lohn dummerweise in Lira – und können damit auf dem Markt nur noch die Hälfte kaufen – Tendenz: schlimmer werdend. Und die vielen türkischen Privat- und Geschäftsleute, die auf Kredit konsumiert und investiert haben, können schon jetzt die Raten für ihre Dollar- und Euro-Kredite nicht mehr bezahlen, da sind Kreditausfälle vorprogrammiert.

Im Grunde raubt Erdogan seine Landsleute neben den berühmten 10 Prozent bei den Bauprojekten auf diese Tour noch ein zweites Mal aus…

Erdogan propagiert US-Zollerhöhungen als Ursache der Lira-Schwäche

Er weiß es besser, aber von Erdogan hört man nur Dolchsstoßlegenden und Verschwörungstheorien – er verbreitet, dass die USA am wirtschaftlichen Dilemma der Türkei schuld seien. Das ist aber zuviel Ehre für Trump.

Denn die Erhöhung der Strafzölle durch Trump kostet die Türkei wegen der geringen Ausfuhren von Aluminium und Stahl in die USA nur etwas mehr als der Protzpalast des „Sultans vom Bosporus“, also einen dreistelligen Millionenbetrag, an dem kein gesunder Staat mit 80 Millionen Einwohnern zu Grunde gehen kann. Das belastet einen türkischen Bürger mit lächerlichen 5 Euro im Jahr!

Daher ist die Erhöhung der Strafzölle durch Trump im Grunde nur der Tropfen gewesen, der das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat…

In der Türkei läuft es wie in Venezuela und Simbabwe

Ein DIW-Ökonom sagt dazu im Spiegel: „Der Türkei könnte es ähnlich ergehen wie Venezuela oder Simbabwe.“ Denn auch dort griffen ursprünglich demokratisch gewählte Präsidenten immer weiter nach der Macht, bis sie Zugriff auf die Notenpresse der Zentralbank hatten. Dann kamen in beiden Ländern hohe Inflationsraten und der Zusammenbruch der Wirtschaft, und inzwischen stehen beide vor dem Staatsbankrott.

Screenshot: finanzen.net
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Google warnt im Play Store vor Fortnite-Fakes

Der Konsolenhersteller Nintendo hat mit seinem extrem beliebten knallbunten Shooter Fortnite Battle Royal einen Superhit gelandet. Zum Marketing des Spiels gehört es auch, dass man dessen Android-Version nicht bei Google Play bekommen kann.

Stattdessen müssen sich alle Interessenten die Android-Version des Games als APK-Datei von der Epic-Herstellerseite herunterladen. Diese Datei installiert dann einen Launcher, der das eigentliche Spiel startet.

Raubritter Google verlangt zu viel für nichts

Vermutlich ist die APK-Datei dieselbe, die Nutzer ansonsten auch über Googles Play Store heruntergeladen hätten. Für den Ausschluss des Play Stores gibt es mehrere Gründe. Hauptsächlich sind es aber wohl die 30% vom Umsatz, mit denen der Monopolist aus den USA letztlich für nichts bei jedem Verkauf inklusive In-App-Verkäufen mit abkassiert.

Google warnt im Play Store

Weil inzwischen viele Betrüger bei Google Play ähnlich aussehende Fake-Apps anbieten, hat Google inzwischen dort für die Nutzer, die dort nach dem angesagten Game suchen, einen Warnhinweis angebracht.

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Commerzbank will mit Google und Apple zahlen

Es ist noch keine zwei Monate her, dass die Commerzbank und ihre Tochter Comdirect beim Start von Google Pay in Deutschland als Google-Partner der ersten Stunde (Early Adaptors) dabei waren.

Tanzen auf zwei und mehr Hochzeiten

Das gleiche gilt jetzt für den bevorstehenden Markteintritt von Apple Pay – auch hier prüfen Mutter und Tochter die Sinnhaftigkeit einer weiteren Kooperation auf dem Handy-Payment-Sektor mit NFC.

Dazu liest man Äußerungen wie „Grundsätzlich werden mobile Bezahlsysteme weiter an Bedeutung gewinnen“, und dann auch noch deutlicher: „Es wird nicht nur ein Bezahlverfahren für Mobile Payment geben. Der Kunde wird zwischen verschiedenen Angeboten immer wieder wechseln. Das bedeutet, dass wir viele Verfahren prüfen und bewerten. Auch die Entwicklung bei Apple Pay schauen wir uns mit Interesse an.“

Sehenden Auges in den IT-Abgrund

Man braucht sich nicht zu wundern, dass Deutschland und auch die ganze Europäische Union (EU) in Sachen Neue Technologien und Internet in allen Teilbereichen nicht nur abgehängt, sondern einfach nicht mehr existent sind.

Für Soziale Netzwerke, Handelsplattformen, Suchmaschinen oder Mobile Payment mit einigermaßen Bedeutung ist ganz Europa so etwas wie eine Diaspora – und mit Politikern wie Merkel (Neuland) oder Gauland (Sommerinterview gestern: Da kenne ich mich nicht mit aus) darf das auch niemanden wundern.

Zerrieben zwischen Pest Trump und Cholera Putin

Wer allerdings bei allen modernen IT- und Internetentwicklungen auf Konzerne in den USA wie Facebook, Amazon, Google, Microsoft oder Apple angewiesen ist, weil er nichts eigenes auf die Beine gestellt bekommt bzw. erst gar nicht den Versuch wagt, braucht sich nicht wundern, wenn ihn Ex-KGB-Offizier Putin mit seinen Internet-Zombies manipuliert und der Lehrling der Russenmafia, Donald Trump, mit einer Schutzgelderpressung nach der anderen auf der Matte steht.

Der Mafioso im Weißen Haus

Und ehrlich gesagt: So viel kann EU-Kommissionschef Jean Claude Juncker gar nicht saufen, wie es nötig wäre, um weitere Eskalationen des rechtsradikalen Rüpels im Weißen Haus abzublocken…

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Maximum des Sternschnuppenschauers der Perseiden

In der kommenden Nacht von Sonntag auf Montag sind es bis zu 100 Sternschnuppen, die pro Stunde über den Himmel ziehen – der Höhepunkt der Kollisionen unseres Planeten Erde mit dem Staubresten des Kometen Swift-Tuttle in seiner Umlaufbahn.

Man nennt den Sternschnuppenschauer „Perseiden“, weil sie optisch aus dem Sternbild Perseus im Osten zu kommen scheinen. In diesem Jahr kann man das Spektakel auch ohne störendes Mondlicht wie im vorigen Jahr genießen, denn diesmal haben wir zum Glück Neumond.

Optimal ohne Mondlicht und Wolken

Nur Wolken könnten, wie gestern Nacht leider auch hier in Lüdinghausen, einem den Blick auf die Himmelsboten erschweren. Zur Beobachtung von Sternschnuppen macht ein Teleskop übrigens kaum Sinn:

Bis man das ausgerichtet und fokussiert hat, ist der Meteorit schon lange in der Atmosphärenreibung verglüht. Man sieht die Leuchterscheinung nur wenige Sekunden lang.

Sternschnuppen haben die Macht der Wishbones 😉

Naja – man muss natürlich auch dran glauben. Es wird aber schon seit Generationen kolportiert, dass man sich etwas wünschen kann, während man eine Sternschnuppe sieht.

Das ist im Grunde sogar noch besser als mit den „Wishbones“ (Wunschknochen) beim Truthahn- oder Hähnchenessen, für die man ja bekanntlich zwei Menschen braucht – und nur dessen Wunsch geht in Erfüllung, der nach erfolgtem Knochenbruch das größere Stück in der Hand hat.

Viel Spaß beim Sternschnuppengucken – und vor allem beim Wünschen!

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Spicken mit Zettel, UKW-Sender, Smartphones und Telepathie

Ein striktes Handyverbot an Schulen nach dem Vorbild der Franzosen hat gerade der Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM), Andreas Fischer, gefordert: „Ich halte den Weg, den Frankreich geht, aus medienpädagogischer Sicht für richtig. Zur Medienkompetenz gehört auch, nicht immer online zu sein.“

Die Franzosen als Vorbild

Ein Handyverbot an Schulen wie jetzt in Frankreich, wo Schüler bis zum Alter von 15 Jahren Smartphones generell nicht mehr mit in die Schule bringen dürfen, könne bei Kindern das Bewusstsein schaffen, dass es gut ist, an bestimmten Teilen des Tages offline zu sein, begründete der Funktionär seinen Vorstoß mitten im Sommerloch.

Ob mit einer solchen Regelung mehr Medienkompetenz geschaffen wird, ist ja mehr als fraglich. Sicher ist aber, dass das generelle Smartphoneverbot auch der Todesstoß für das heutzutage beliebteste Spick-Werkzeug wäre. Kinder reicher Eltern könnten ja noch mit einer Smartwatch mit Internetzugang durch eigene SIM-Karte Kontra geben, weniger Begüterte müssten dann doch anfangen, zu lernen.

Die Entwicklung der Kunst des Spickens

In meiner Jugend vor got 50 Jahren war in der Schule ein Spickzettel aus Papier standard. Die einfachste Variante mit den auf die Innenhand geschriebenen Formeln durchschaute ja schon der Hausmeister, und die zweitschlechteste im Deckel des auf dem Pult liegenden Etuis kannte auch schon jeder Referendar, der frisch von der Uni kam.

Spezial-Konstruktionen mit größerer Kapazität

Sonderkonstruktionen waren aber recht schwer handhabbar. So gab es speziell für Mathe und Physik ganze Formelsammlungen auf Basis von zwei Bleistiften und zwei Gummis, mit denen man sogar schon zwischen den Fingern scrollen konnte.

Scrollen? Die Zeit der Smartphones war ja eigentlich noch nicht gekommen. Aber so etwas ähnliches wie WLAN gab es schon: Funkgeräte. Ein an einen UKW-Sender angeschlossener Ohrstöpsel und ein zweiter UKW-Sender auf einer anderen Frequenz mit Mikrofon erlaubten bidirektionale akustische Kommunikation mit einem externen wissenden Partner – unter Funkamateuren „voll duplex“ genannt.

Rettung auf dem Klo

Dabei waren sehr empfindliche Mikrophonverstärker nötig, die auch ein kaum hörbares Flüstern übertragen konnten. Aber wehe, wenn es zu einer akustischen Rückkoppelung kam – das blies einem die Gehörknöchelchen aus dem Innenohr. Als Alternative galt ein handelsübliches kleines Funkgerät zusammen mit dem Spruch: „Ich muss mal zur Toilette.“

Das Klo machte auch ohne Funkgerät Sinn – wenn im Nachbarabteil wie verabredet der wissende Kumpel für den Wissenstransfer bereit saß. Aber der Gegner schläft nicht, und Lehrer sind zwar doof, aber nicht blöd!

Was auf dem Gymnasium noch klappte, hatte bei Klausuren an der Hochschule mit Ausweispflicht (die meisten Dozenten kannten ihre Studenten nicht persönlich) und Assistenten, die mit Argusaugen den Raum überwachten, keine Chance mehr.

Der Siegeszug der Smartphones als Spickhilfen

Die Welt hat sich inzwischen weiter entwickelt, und Smartphones (Klugfernsprecher) rollten an, auf denen die heutigen Kids rumwirbeln, dass ihren armen Eltern die Augen aus dem Kopf fallen.

Rein spicktechnisch sind die Geräte ja auch das Non-plus-ultra, und die gesamte WhatsApp-Physikgruppe kann bei der Anfertigung von Klassenarbeiten und Klausuren audiovisuell mitwirken. Gegen den Trend etwas längere Haare und drahtlose Bluetooth-Ohrhörer halten die technische Ausrüstung verborgen.

Da helfen nur noch Telepathie oder das unbeliebte Lernen…

All das will der Herr Fischer von der NLM den Kids nehmen. Aber keine Sorge – Wissenschaftler vom Extra-Sensorical-Perception(ESP)-Institut arbeiten im Rahmen der Forschung an Spiegelneuronen schon an einer neuen, absolut unentdeckbaren Methode, die mit dem Begriff „Telepathie“ bezeichnet wird. Keine Geräte, keine Kabel – es ist nur gute Konzentration nötig!

Wer zu den Early Adaptors gehören will, kann sich über einen Beitrag zum Crowdfunding bei Kickstarter seine Zukunft als unentdeckbarer Spicker sichern – oder aber die Bücher entstauben und beginnen zu lernen.  😉

Anmerkung des Autors: Dieser Artikel sollte eigentlich erst im April erscheinen – aber der Herr Fischer von der NLM konnte sich ja nicht zurückhalten…

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WLAN könnte Menschen in die U-Bahn locken

Man mag es ja kaum glauben, aber die Regierung von Oberbayern hat die Ausweitung des freien WiFi-Angebots M-WLAN auf alle Zwischenetagen (Sperrengeschosse) und Bahnsteige der Münchner U-Bahn durch ihre Technische Aufsichtsbehörde (TAB) verboten.

Einen Antrag dazu hatten die Grünen / Rosa Liste nach einer Pressemitteilung von Donnerstag schon 2017 gestellt – und der wurde jetzt abschlägig beschieden. Ob die ewig gestrigen Seehofers und Söders glauben, mit einer solchen Haltung mehr Stimmen bei der bayrischen Landtagswahl zu bekommen?

Verweigerung der Zustimmung wegen Sicherheitsbedenken

Grund für die Verweigerung der Zustimmung sind Sicherheitsbedenken. In der Begründung der Beamten des Freistaats heißt es lapidar, „Personen, die nicht an der Nutzung der U-Bahnen interessiert sind, [könnten] gegebenenfalls auch über einen längeren Zeitraum durch die Bereitstellung eines WLAN-Angebots in die U-Bahn-Haltestellen“ gelockt werden. „Das würde das ohnehin vorhandene Gefahrenpotential zum Beispiel bei einer Evakuierung im Brandfall“ vergrößern.

Jo, so san’s, die Seppls!

WLAN-Unterstützung in Lüdinghausen

Selbst hier im tiefschwarzen Münsterland-Städtchen Lüdinghausen bekamen wir in den neunziger Jahren viel Unterstützung nicht nur beim Aufbau der ersten Internetseiten, sondern auch bei der Einrichtung der ersten wirklich schnellen WLAN-Verbindungen.

Seinerzeit konnte die Post maximal ISDN-Verbindungen mit mageren 64 kBit anbieten, während es in Lüdinghausen schon Verbindungen über WLAN gab, die die Daten besenschnell mit bidirektionalen 4.000 kBit senden und empfangen konnten.

Unser „Dorf“ wurde durchaus der Avantgarde der Internet-Pioniere zugerechnet und konnte sich dank persönlichen Engagements mehrerer lokaler Internetprofis mit preisgekrönten interaktiven städtischen Internetseiten sogar gegen mehrere Großstädte wie zum Beispiel Frankfurt durchsetzen.

Zeitweilig gab es mit Unterstützung durch Politik und Verwaltung sogar ein WLAN-Relais auf dem Lüdinghauser Rathaus, um damit eine Verbindung zwischen dem Marktplatz und der Pferdewiese aufbauen zu können.

Tote Hose am Marktplatz

Auch heute engagiert sich unser Städtchen immer noch beim Freifunk-Bürgernetz – obwohl trotz des wachsenden Bedarfs gerade bei sozial Schwächeren leider hier in der Innenstadt inzwischen eine rückläufige Entwicklung eingesetzt hat – am Markt gibt es nur noch einen einzigen starken WLAN-Zugang, die anderen fünf sind irgendwie abhanden gekommen

Das hat aber wohl weniger mit fehlender Unterstützung durch das Rathaus, sondern mehr damit zu tun, dass heute keine Persönlichkeiten mehr in der WLAN-Szene agieren, die eine echte lokale Interessengemeinschaft bilden und pflegen.

Geht der stärkste Freifunk-WLAN-Zugang in Lüdinghausen offline?

Gerade erst in der letzten Woche wurde mir zugetragen, dass eine alte Bekannte aus dem Haus der Markt-Apotheke ausgezogen ist, was möglicherweise bald zum Abschalten des letzten am Marktplatz verbliebenen kostenlosen Zugangs zum Freifunk-Netz führt.

Und eine Diskussion dazu oder gar ein Ersatz für den immer noch am stärksten genutzten WLAN-Zugang zum Bürgernetz ist weit und breit nicht in Sicht…

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Die Perseiden bringen am Wochenende viele Sternschnuppen

Gerade mal 14 Tage nach dem Blutmond können Sie an diesem Wochenende noch ein  astronomisches Spektakel sehen. Der Meteorstrom der Perseiden bringt uns Nächte voller Sternschnuppen, denn die Perseiden sind wohl der ergiebigste Sternschnuppen-Strom des Jahres.

Genau genommen sind die Meteore der Perseiden schon seit dem 17. Juli zu sehen, aber an diesem Wochenende haben die Meteore ihren Höhepunkt – es sind bis zu hundert Sternschnuppen in der Stunde möglich.

Wann gibt es die meisten Sternschnuppen?

Ihren Höhepunkt erreichen die Perseiden in der Nacht vom 12. auf den 13. August, also von Sonntag auf Montag, dann sind am späten Abend und frühen Morgen besonders viele der verglühenden Meteore zu sehen. Aber auch in der Nacht zuvor von Samstag auf Sonntag sieht man schon sehr viele Sternschnuppen am Nachthimmel.

Keine Störung durch Mondlicht

In diesem Jahr fallen die Sternschnuppennächte erfreulicherweise mit einem Neumond zusammen. Deshalb stört kein helles Mondlicht bei der Beobachtung. Noch im vorigen Jahr überstrahlte der helle Mond viele der lichtschwächeren Meteore.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag könnte es eine leichte Bewölkung geben. In der aktivsten Nacht von Sonntag auf Montag ist es in Deutschland zwar überwiegend klar, aber leider sind hier im Westen und im Nordwesten Wolken angekündigt. Wir hier in  Lüdinghausen brauchen also etwas Glück, dass es genügend klaren Nachthimmel gibt, um auch viele Sternschnuppen zu sehen.

Die Perseiden sind Reste des Kometen Swift-Tuttle

Es sieht zwar so aus, als kämen die Sternschnuppen alle aus dem im Osten stehenden Sternbild Perseus, aber in Wirklichkeit handelt es sich um eine Wolke winziger Teilchen in der Erdumlaufbahn, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Reise um die Sonne zurücklässt.

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Dramatische Stunden für die Türkei

Vielleicht müssen wir uns ja von unseren betriebsblinden Regenten in Berlin ja doch nicht militärische Ehren und Festbankette für Verbrecher wie den Türken Recep Tayyip Erdogan vorführen lassen.

Aktuell machen zwei der übelsten Autokraten und vor allem Egomanen dieser Welt sich selbst und ihre Staaten gerade ein- und gegenseitig fertig.

Es scheint inzwischen so, als habe der Sultan vom Bosporus die Zeichen der Zeit nicht erkannt – weshalb ich dem Islamisten aus der Türkei mit der Fistelstimme das nebenstehende neue Verkehrszeichen Nummer 666 (Achtung, Trump!) gerne ans Herz legen möchte…

Harter Schlag von Trump gegen Erdogan

Soeben gehen Eilmeldungen durch die Nachrichtenseiten, dass der US-Präsident Donald J. Trump die Strafzölle auf Aluminium und Stahl für das Neue Osmanische Reich des Recep Tayyip Erdogan ab sofort auf 20 % (Aluminium) bzw. 50 % (Stahl) heraufgesetzt hat.

Natürlich kündigte das US-Frettchen mit dem darunter getackerten Trump die Verdopplung der Strafzölle für die Türkei vor einer guten Stunde wie immer über einen Tweet bei seinem Lieblingsmessenger Twitter an.

Erdogans Geisel-Erpressungs-Trick zieht bei Trump nicht

Erdogan hat bei einer seiner üblichen Erpressungen, bei denen er Bürger „befreundeter“ Staaten ins Gefängnis werfen lässt, um sie dann zum Austausch gegen seine als „Terroristen“ bezeichneten Gegner in diesen Ländern anzubieten, die Rechnung ohne den Trump gemacht.

Der Versuch mit dem US-Pastor Andrew Brunson führte vergangene Woche zur Verhängung von gegenseitigen Sanktionen.

Mit dem deutschen Journalisten Deniz Yücel hat der türkische Diktator dasselbe ja auch schon versucht – und ist gescheitert.

Den freien Fall der Lira hat das Machtspiel dramatisch beschleunigt

Für einen Euro waren heute Nachmittag schon fast 8 Lira fällig. Erdogan macht den Westen für den Verfall der türkischen Währung verantwortlich und rief alle Türken heute im nordtürkischen Bayburt auf, mit Euros, Dollars und Gold, das sie noch „unter dem Kissen“ haben, in türkische Banken zu gehen und diese Werte gegen türkische Lira zu wechseln.

Aber wer tauscht schon hochwertiges Geld oder Gold gegen Lirascheine, die auf dem Weg zum Wert von (gebrauchtem) Klopapier sind? Ich kenne viele Türken, und so dumm ist wirklich keiner von ihnen.

Gott gegen Dollar – wer gewinnt, kriegt ’nen Euro

Auch Erdogan selbst ist nicht unbedingt blöd – halt nur größenwahnsinnig. Das erklärt auch seine Feststellung bei der Rede in Bayburt: „Vergesst nicht, wenn sie ihre Dollars haben, dann haben wir unser Volk, unseren Gott.“ Das sind schon recht verzweifelte Durchhalteparolen.

Für die türkische Geldpolitik ist aber nicht irgendein Gott, sondern inzwischen einzig und allein Recep Tayyip Erdogan verantwortlich. Er titulierte sich selbst einen „Gegner der Zinsen“ und kündigte an, eine größere Kontrolle über die Geldpolitik auszuüben.

Das tat er dann auch und verbot der türkischen Nationalbank die dringend nötige Zinserhöhung – seitdem kennt die Lira nur noch eine Richtung, nämlich abwärts.

Gegen seine türkischen Gegner mag der Despot ankommen, und gegen kriegsmüde Kurden und Syrer auch – aber niemals gegen die Weltwirtschaft!

Rette sich wer kann

Jeder versucht jetzt verzweifelt, seine türkischen Engagements noch irgendwie los zu werden, denn türkische Staatsanleihen nähern sich ja immer mehr dem Wert von Wandtapeten an.

Und im Hintergrund drohen Kapitalverkehrskontrollen, die das Herausbekommen von „echtem“, sprich: werthaltigem Geld aus der Türkei nahezu unmöglich machen dürften – und letztlich dann auch die Staatsinsolvenz.

Dann kann der Sultan vom Bosporus wohl nur noch das Gold von Wänden und Stühlen seines Protzpalastes im Naturschutzgebiet abkratzen – und auch das dürfte kaum helfen…

Screenshot: ntv
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Potemkinsche Dörfer: Openchannel-SSDs ohne alles

Normalerweise bringen die modernen und superschnellen Halbleiter-Festplatten (SSDs) durchaus viele Software-Algorithmen mit, die sich um alle nötigen Aufgaben wie zum Beispiel die Verwaltung des Flash-Speichers, die Zuordnung der einzelnen Speicherzellen zu logischen Adressen oder auch die Garbage-Collection (autom. Speicherbereinigung) kümmern.

Openchannel-SSDs sind dumm wie Brot

Jetzt kann man bei Heise nachlesen, das der chinesische Hersteller Shannon Systems auf dem Flash Memory Summit die erste kommerzielle Einführung seiner Openchannel-SSDs bekanntgegeben hat. Physikalisch kommen die digitalen Blindfische als U.2- oder PCIe-Steckkarten daher.

Diese Geräte sind aber sozusagen gehirnamputiert, denn sie kommen völlig ohne die dafür notwendige und optimierte Software und stellen im Grunde nur den nackten Flash-Speicher über eine eigene Software-Schnittstelle zur Verfügung – das muss dann alles der NVMe-Treiber des Betriebssystems erledigen.

Unter dem Projektnamen „The Venice“ sind die SSDs nun schon beim chinesischen Onlinehändler Alibaba im Einsatz. Zurzeit hat Shannon Systems zwei dieser Openchannel-SSDs im Programm – eine Steckkarte mit bis zu 7,6 TByte mit PCIe 3.0 x8 und eine U.2-SSD mit der gleichen und der halben Kapazität.

Die Steckkarte soll bis zu 1.000.000 IOPS beim Lesen schaffen, die U.2-Version nur noch 800.000. Beim Schreiben sind die Dummies mit 140.000 und 180.000 IOPS dann aber deutlich langsamer.

Die Rückkehr der SmartMedia-Speicherkarte

Der Hersteller Shannon Systems verspricht sich einige Vorteile. So können etwa die Anwendungen beim Treiber anmelden, welche Performance sie brauchen– der Treiber teilt dann die vorhandenen Ressourcen auf.

Das machen die „richtigen“ SSDs ja auch – nur tun sie es ohne fremde Hilfe und den damit verbundenen Kommunikations-Overhead.

Auch der Speicherplatz kann beliebig auf die Anwendungen verteilt werden. Das erinnert irgendwie an das „Haus, das Verrückte macht“ aus dem Comic „Asterix erobert Rom“.

Shannon-Chef Xueshi Yang sagte dazu aber in seiner Keynote, dass sich das vor allem bei Datenbankanwendungen lohnen soll. Naja, der Glaube unterstützt ja bekanntlich auch Berge. Aber wer weiß, kann Gott sei Dank 😉 nicht mehr glauben…

Unterstützung für die hirnlosen SSDs

Die Datenbank MariaDB unterstützt die zum Betrieb der nötigen Funktionen seit seiner Version 10.2, und Linux soll schon seit längerer Zeit Openchannel-SSDs mit dem Projekt LightNVM unterstützen.

Auch Microsoft hat vor ein paar Monaten auch die Unterstützung für diese Art SSDs vorgestellt: In Kooperation mit den CNEX Labs hat Kleinweich das Projekt Denali ins Leben gerufen. Dessen Ergebnisse sind bisher noch nicht kommuniziert, aber nach dem Denali-Projektende sollen sie im Rahmen des Open Compute Projects als Standard veröffentlicht werden.

Viel Spaß mit dem Unsinn!

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