Patientendaten gehen vom Royal Free NHS Trust an Google

Royal Free NHS TrustIn den letzten Monaten wurde immer deutlicher, wie groß die Zusammenarbeit zwischen den drei Londoner Krankenhäusern des Royal Free NHS Trust und der Google-Tochter DeepMind, die gerade viel Publicity als Go-Spieler erhalten hat, wirklich ist.

Im Zentrum der Kooperation steht angeblich die App Streams, die der NHS Trust und DeepMind gemeinsam entwickelt haben. Die Anwendung soll es erlauben, akutes Nierenversagen bei Patienten rechtzeitig zu entdecken.

Streams ist nur ein vorgeschobener Kooperationsgrund

Daß das jedoch der wirkliche Grund für das Engagement von DeepMind ist, bezweifeln Experten inzwischen stark. Dem amerikanischen Online-Nachrichtenportal TechCrunch zufolge war die App vor ein paar Wochen überhaupt nicht in Gebrauch. Darüber hinaus habe sie bisher erst eine kleine Handvoll Testläufe absolviert.

Hinzu kommt auch noch, daß das Kerngeschäft der Google-Softwareschmiede – maschinelles Lernen – für Streams gar keine Anwendung findet.

In Wirklichkeit zieht Google die Patientendaten ab

Beobachter vermuten deshalb, dass die App nur als Rechtfertigung zum Zugriff auf die riesigen Datenmengen der Londoner Krankenhäuser dient. Weil angeblich keine separaten Register für Patienten mit Nierenproblemen existieren (haha), erhält DeepMind nämlich für die Ausgestaltung der App dem Magazin New Scientist zufolge sämtliche Daten.

Das sind außer den aktuellen Patientenakten zusätzlich alle Dokumente aus den letzten fünf Jahren und als Sahnehäubchen obendrauf noch die Daten von der zentralen Sammelstelle aller britischen Krankenhausbehandlungen.

Als schwaches Zugeständnis an den Datenschutz speichert die Google-Tochter DeepMind die Informationen zumindest separat und hat auch zugesichert, sie nach Beendigung der Zusammenarbeit zu löschen.

Bis dahin werden sie nach nachvollziehbaren Befürchtungen ein zweites Leben als Eigenschaften von Google-Objekten führen. Eine vorgeschobene Begründung wird sich da sicher auch finden lassen, und die Engländer haben im Moment sicher auch andere Probleme…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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