Paydirekt hinkt PayPal weit hinterher

paydirektVor einem Jahr feierten die deutschen Banken sich selbst und die erste Transaktion des deutschen Bezahldienstes Paydirekt, mit dem sie zusammen Paypal Paroli bieten wollen.

Offenbar leiden die Sparkassen aber immer noch am NHE-Syndrom (nicht hier entstanden) – sie kriegen ihre Paypal-Alternative einfach nicht gebacken.

Es brauchte bis November, dann lief der Online-Zahldienst langsam an und versuchte, Händler und Nutzer als Kunden zu gewinnen. Gerade mal zwölf große Händler “mit einem jährlichen Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Euro“ kann Paydirekt aktuell vorweisen, womit es in Deutschland insgesamt 160 Akzeptanzstellen für die Paypal-Alternative sind – nicht gerade flächendeckend…

Zu den Neuzugängen gehören der Internet-Shop der Deutschen Post und des Modehändlers Adler, der Optikversand Linsenplatz.de, der Bürobedarfshändler Drucker.de und der Badshop Reuter.de.

Auch die Drogeriemarktkette dm soll planen, ebenfalls teilzunehmen. Sie sollten bis zum Weihnachtsgeschäft an Paydirekt angebunden werden. Die Metro mitihren Marken Media Markt und Saturn will erst bis zum Weihnachtsgeschäft einsteigen.

Nur 600.000 nutzen Paydirekt, über 17 Millionen nutzen Paypal

paypal_logoBei den Nutzern scheint die Begeisterung über Paydirekt eher verhalten zu sein: Bisher hätten sich 600.000 Bankkunden freigeschaltet, in jeder Woche kämen angeblich laut Paydirekt 5000 neue hinzu. Und daß die den Dienst wirklich nutzen, ist damit ja nicht gesagt…

Im April, als auch die Sparkassen verspätet begannen, den Dienst anzubieten, waren es erst 250.000. Das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken sieht aber prinzipiell jeden der rund 56 Millionen deutschen Girokonto-Kunden als potenziellen Nutzer – da ist also noch mehr als reichlich Luft nach oben.

Zum Vergleich: Der seit 2004 auf dem hiesigen Markt präsente Platzhirsch Paypal aus den USA wird in Deutschland bei rund 50.000 Händlern akzeptiert. Die Nutzerzahl liegt bei rund 17,2 Millionen, der Gesamtanteil am Onlinezahlungsmarkt wird meist auf über 20 Prozent geschätzt.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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