Politik lässt Menschen mit unbezahlbaren Stromkosten allein

Gestern kam der Schock des Jahres: Mein Stromversorger Energiehoch3 hat mir die Stromrechnung geschickt: Statt einer Erstattung wie in den letzten Jahren gab es eine satte Nachforderung, die schon am 2.6., also übernächste Woche, abgebucht werden soll.

Telefonate mit Bekannten ergaben, dass alle von Preiserhöhungen und entsprechenden Nachzahlungen betroffen sind, die ihre Abrechnung schon haben.

Meine Preiserhöhungen bei Energiehoch3

Ich bin seit 2013 Kunde bei Energiehoch3, also schon fast 10 Jahre lang. Im aktuellen Abrechnungszeitraum stieg der Arbeitspreis von 22 auf 37 Cent pro kWh (+60%), der Grundpreis von 70 auf 115 Euro pro Jahr (+61%) und der neue Abschlag von 62 auf 95 Euro pro Monat (+65%).

Bei anderen Stromversorgern dürfte das ähnlich aussehen. Da der Versorger die sich ergebende Nachzahlung schon zum Monatswechsel in 14 Tagen abbuchen will ist (nicht nur) bei mir guter Rat teuer. Was kann man tun?

Olaf Scholz sieht das Problem nicht wirklich

Mein erster Gedanke war, dass ja Bundeskanzler Olaf Scholz eine Hilfe vom Staat für Rentner in Grundsicherung wie mich in Höhe von 200 € versprochen hat.

Leider sah ich gestern bei ntv, wie unsere Witzfigur von einem Bundeskanzler am Vortag von einer Hartz4-Empfängerin bei RTL gefragt wurde, wann denn das Geld käme. Seine Antwort war ein für Betroffene unerträgliches Lavieren um eine klare Antwort herum – und einen Zahlungstermin nannte er dabei natürlich nicht…

Ich kam mir vor wie die Ukrainer, denen er schwere Waffen versprochen und bis heute nicht geliefert hat. Naja, wie sollen den von Russland überfallenen Ukrainern auch Panzer helfen, zu denen es keine Munition mehr gibt?

Wie auch immer, die Politik hilft uns Betroffenen nicht – oder too little too late (zu wenig und zu spät)! Also muss man selbst schauen, was man noch machen kann.

Meine persönlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen

Ich soll von meinen ca, 862 € (588 € Rente und 274 € Grundsicherung) im Juni, von denen nach Abzug der Miete (410 €) und Telefon / Internet (65 €) noch 397 € verbleiben, im Juni 209 € an den Stromversorger bezahlen.

Dann bleiben im nächsten Monat gerade mal 188 € für Lebensmittel und Medikamentenzuzahlungen, Hygieneartikel und Kleidung übrig – zum Leben zu wenig, aber inzwischen auch nicht mehr zu viel zum Sterben für einen Menschen, der mit fast 75 Jahren aus Krankheitsgründen seine Wohnung nicht mehr verlassen kann und der seine Lebensmittel von einem Lieferdienst bringen lassen muss!

Als erste Maßnahme habe ich über die Internetseite meines Versorgers die festgelegten Vorauszahlungen von 95 € auf 80 € gesenkt.

Das verschiebt das Problem aber nur, wenn man nicht auch gleichzeitig entsprechend (16 %) Strom sparen kann – und das ist schwer bei jemandem, der schon seit über 10 Jahren ausschließlich hocheffiziente LEDs für die Beleuchtung einsetzt.

Um den Stromverbrauch zu reduzieren, habe ich zum Monatswechsel folgende zehn einschneidenden Notmaßnahmen ins Auge gefasst:

  1. Bürgernetz Freifunk Münsterstraße abschalten (Forum_LH und AllOfUs_de)
  2. Laptop nur noch zur Datensicherung einschalten
  3. Festnetztelefon abschalten
  4. Surround-Verstärker Fernseher abschalten
  5. Wenn der Computer an ist, bleibt der Fernseher aus und umgekehrt
  6. LED Beleuchtung Arbeitsplatz und Küche zwischendurch ausschalten
  7. Fernseher dunkler einstellen
  8. Kühlschrank niedriger einstellen
  9. Weniger warme Mahlzeiten zubereiten
  10. Weniger duschen

Parallel dazu will ich zwar auch noch bei Vergleichsportalen wie Check24 und Verivox nach einem günstigeren Anbieter schauen, obwohl die Vergleichsportale ja schon in den Medien verkündet haben, dass das aktuell kaum noch einen Effekt bringt…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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