Polizei gefährdet die Verfolgung von Corona-Infektionsketten

Schon Anfang Juli gab es die ersten Berichte aus Hamburg, dass die Polizei sich die zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten geführten Besucherlisten aus Restaurants beschafft und für andere Zwecke missbraucht.

Mitte Juli wurde der Missbrauch der Corona-Listen aus Restaurants auch in Bayern gemeldet. Das war nicht etwa eine Einzeltat, denn in wenigstens zehn Fällen hat auch die Polizei in Bayern auf Gästedaten zurückgegriffen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (DPA) bei den zehn bayrischen Polizeipräsidien und dem Landeskriminalamt Bayern.

Auch aus Rheinland-Pfalz sind inzwischen solche Eingriffe der Polizei bekannt geworden.

Die Diskussion ist zum Wochenende voll ausgebrochen

Es ist, wie es Mahner schon immer laut aussprechen: Wann immer der Staat uns Bürger (oder unsere Provider) verpflichtet, persönliche Daten für ganz bestimmte hehre Zwecke herauszugeben, überkommt seine „Staatsdiener“ die Begierde – und sie benutzen Ihre Daten für die Verfolgung jeder noch so kleinen Straftat oder Ordnungswidrigkeit.

Weil viele Betreiber der Restaurants auf ihren Formularen Vertraulichkeit und eine Löschung nach vier Wochen zusichern, fragen die sich natürlich, ob sie sich weigern dürfen, diese persönlichen Daten, die sie ja nur für die Verfolgung von Corona-Infektionsketten erheben sollen, an die Strafverfolger herauszugeben.

Die Polizei bestätigt erneut die lange bekannte Datengeilheit von Behörden

Und während in allen Medien jetzt noch die juristischen Fragen in alle Richtungen durchgekaut werden, sollte doch auch jemandem, der sich die Hose mit der Kneifzange zumacht, klar werden, dass dies Verhalten der Polizei den eigentlichen Zweck der Datenerhebung völlig konterkariert, das Vertrauen in die Politik zerstört und letztlich auch Demos von Verschwörungstheoretikern und trittbrettfahrenden Nazis gegen Corona-Maßnahmen wie gerade in Berlin gesehen fördert.

Viele Gäste geben in Restaurants nur noch falsche Daten an

Ich habe bei meinen letzten Restaurantbesuchen in Lüdinghausen mit Freunden immer wieder festgestellt, dass die Mehrzahl! davon nur noch falsche Daten angibt, weil diese Menschen verständlicherweise keine Befragungen durch die Polizei wegen der Abgabe ihrer echten persönlichen Daten  erleben wollen.

Vom Ordnungshüter zum Datendieb und damit zum Gesundheitsgefährder

Wenn die Restaurantbesucher dann wirklich einem coronainfizierten Gast oder Mitarbeiter ausgesetzt wurden, ist die vollständige Nachverfolgung der Infektionskette nicht mehr möglich – und das kann nicht nur die Wirtschaft ruinieren, sondern auch Menschenleben kosten!

Somit sind auch Polizisten, die Coronadatenlisten aus Restaurants missbräuchlich nutzen, nach der Ausdrucksweise der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken als „Covidioten“ zu bezeichnen…

Karikatur: Klaus Stuttmann, Spiegel

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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