Polizei versendet „stille SMS“ über privaten Dienstleister

Mit sogenannten „stillen SMS“ kann der Empfänger aus den dabei entstehenden Verbindungsdaten ein präzises Bewegungsprofil des Überwachten erzeugen. Das ist eine Art eingebaute Spionageschnittstelle, die Polizei und Geheimdienste immer häufiger zum bespitzeln der Bürger nutzen.

Auf eine Anfrage dazu erläuterte nach einem Bericht von Golem der Innenminister von Niedersachsen Schünemann (CDU), dass die niedersächsische Polizei zum Absenden dieser SMS einen Dienstleister nutzt, der aber geheim bleiben muss, damit wütende User nicht seine Infrastruktur lahmlegen.

Zur Anzahl der versandten SMS kam das folgende Statement, das ein Programmierer kaum glauben mag:

„Danach kann durch die zurzeit zum Versand von Ortungsimpulsen genutzte Software die Anzahl von versandten ’stillen SMS‘ nicht generiert werden. Hierzu wäre eine Veränderung und neue Programmierung der bisher genutzten Software des Leistungsanbieters erforderlich. Nach vorsichtigen Schätzungen würde eine neue Programmierung der Software Kosten in Höhe von etwa 80.000 Euro verursachen.“

Der Einbau eines Zählers in das Programm soll 80.000 € kosten – eine aberwitzige Summe für so eine einfache Aufgabe. Wenn Sie für so etwas bei der Auftragsbörse MyHammer 100 € fordern, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie den Auftrag nicht kriegen, weil Sie zu teuer sind…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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