Quantencomputer schneidet bei Vergleichstest schlecht ab

Schroedingers Katze

Schrödingers Katze zusammen mit einem möglicherweise zerfallenden Atomkern und einer tödlichen Menge Gift in einer informationsdichten Kiste.

Die Arbeitsweise von Quantencomputern ist schwer zu verstehen, aber ihre Bezeichnung klingt irgendwie schnell. Deshalb erwarten auch viele wahre Wunderdinge von den mit Qubits und Superpositionen von Quantenzuständen arbeitenden Maschinen.

Schrödingers Katze nachgebaut

Echte Quantencomputer haben etwas von Schrödingers Katze – einem Gedankenexperiment, bei dem eine Katze in einer informationsdichten Kiste nach den Regeln der Quantenphysik in eine Überlagerung von „lebendig“ und „tot“ gebracht wird.

Die gleichzeitig lebendige und tote Katze nimmt erst dann wieder einen eindeutigen Zustand an, wenn man sie beobachtet – im Grunde also eine Messung durchführt und damit die Abschottung aufhebt. Wer sich noch nicht mit Quantenphysik beschäftigt hat, könnte vermuten, Erwin Schrödinger habe schlechtes Gras geraucht, aber solche gleichzeitig vorliegenden (superpositionierten) komplementären Zustände sind tatsächlich möglich, obwohl eine gleichzeitig lebendige und tote Katze das Vorstellungsvermögen der meisten Menschen sprengt.

Ähnlich ist es offenbar mit der Arbeitsweise der real existierenden Quantencomputer. Sie sind irgendwie schnell und gleichzeitig auch nicht. Das legt zumindest die aktuelle Studie eines Forscherteams der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich nahe, die die Rechenleistung des neuen „Superrechners“ D-Wave Two des kanadischen Herstellers D-Wave Systems überprüft.

Das Ergebnis der Studie: eine schwache Leistung

vesuvius-fadeDabei zeigte sich ein zumindest für Laien ernüchterndes Ergebnis: Der technologische Grenzen überschreitende, über 10 Millionen Euro teure Quantencomputer bringt bei der Lösung bestimmter mathematischer Aufgaben gegenüber einem handelsüblichen Desktop-PC im Grunde keinen Geschwindigkeitsvorteil, bei einigen Aufgaben ist er sogar langsamer.

Kenner der Materie haben eigentlich auch nichts anderes erwartet…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Quantencomputer schneidet bei Vergleichstest schlecht ab

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