Piratensender Radio Aluhut: Querdenker im Münsterland

Ein den älteren Semestern unter uns schon aus den 60er Jahren bekanntes Medium feiert passend zu Ostern gerade seine Auferstehung im Münsterland: Der Piratensender.

Im Kreis Borken sollen nach einem Bericht von Golem und mehreren anderen Medien Querdenker eine UKW-Radiofrequenz des WDR für ihre kruden Botschaften zur Coronapandemie genutzt haben.

Die dafür zuständige Bundesnetzagentur bestätigt, dass sich die Polizei aus Ahaus an die Behörde wandte und von einem entsprechenden Vorfall berichtete.

Radio Aluhut sendet im Landkreis Borken

JVC KD-DB902BT DAB+ Autoradio mit CD & Bluetooth Freisprecheinrichtung (Soundprozessor, USB, Android- & Spotify Control, 4x50 Watt, Farben einstellbar) schwarz: Amazon.de: NavigationDanach sei bei einer Frau während einer Autofahrt plötzlich das Programm des WDR-Senders 1Live überlagert worden. Etwa 45 Sekunden lang sei stattdessen eine „blecherne Stimme“ erklungen, die „Corona-Thesen aus der Querdenker-Szene“ verbreitet habe.

Der WDR bestätigte am Donnerstag ebenfalls diese Störungen. Seit Anfang März seien schon mehrere Meldungen dieser Art von den Hörern eingegangen.

„Die Frequenz wurde vor allem im Kreis Borken zeitweise von Unbekannten gekapert“, erklärte der Sender dazu. Alle Hinweise seien an die Bundesnetzagentur weitergeleitet worden, die nun versuche, den Standort des Piratensenders aufzuspüren und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten.

Die Bundesnetzagentur droht mit hohen Bußgeldern

Die Bundesnetzagentur geht von einem Piratensender aus, der die Frequenz des Senders 1Live illegal benutzt. Wegen der Kürze der Unterbrechungen habe er wohl keine sonderlich starke Sendeleistung und nutze wechselnde Standorte.

„Die Nutzung von Frequenzen ohne Frequenzzuteilung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden“, machte die Behörde noch einmal deutlich.

Querdenker und Piratensender als Relikte der Vergangenheit

Piratensender kamen bei uns in den 50er und 60er Jahren auf. Durch gesetzliche Liberalisierungen in den 80er Jahren wurden aber inzwischen viele Möglichkeiten geschaffen, private oder nicht kommerzielle Sender zu betreiben und dafür auch Sendelizenzen zu erhalten.

Insbesondere das inzwischen überall verfügbare Internet mit seinen wesentlich höheren Reichweiten und seinen vielfältigen Möglichkeiten, dort auch ohne spezielle Lizenzen etwas zu publizieren, lässt sowohl Piratensender als auch ihre Betreiber heutzutage ziemlich sinnfrei aussehen – und macht beide zu überkommenen Relikten der Prä-Internet-Zeit.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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