Rausschmiss bei Wikipedia-Mutter Wikimedia Foundation

Wikimedia_logo_family_complete-2013.svgIrgendwie ist der Wurm in der Wikimedia Foundation. Die Mutter der bekannten Online-Enzyklopädie Wikipedia musste erst Mitte des Monats wegen ihrer Spendensammlungen angegriffen – jetzt wurde ein Mitglied des Board Of Trustees, des höchsten Gremiums der Wikimedia Foundation (Wikimedia-Stiftung) ohne Angabe von Gründen rausgeworfen.

Erst im Sommer 2015 war Dr. James Heilman mit Unterstützung von mehr als 1800 Community-Mitgliedern in das Gremium gewählt worden.

Der Arzt war Mitgründer des Vereins Wikimedia Canada und der Wiki Med Foundation, die Partnerschaften mit anderen Organisationen schließt, um dadurch medizinische Artikel in der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu verbessern.

Was insbesondere Menschen, die für die Stiftung gespendet haben, besonders ärgern dürfte: Einen Grund für den Ausschluss gaben weder der betroffene Arzt noch die Wikimedia Foundation an.

Die kleinen Diktatoren bei Wikipedia und Wikimedia

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Das Board of Trustees hat gegenüber der Wikimedia-Bewegung und der Wikimedia Foundation die Verantwortung, sicherzustellen, dass das Gremium in gegenseitigem Vertrauen effizient arbeiten kann“, schreibt der aktuelle (Vorstands-)Vorsitzende Patricio Lorente auf der Mailingliste der US-Stiftung. „Nach reiflichen Überlegungen kam das Board zum Schluss, dass die Entlassung zum jetzigen Zeitpunkt ein notwendiger Schritt war.“ Für die Entlassung stimmten acht Board-Mitglieder, Dr. Heilman und ein weiteres Mitglied stimmten dagegen.

Ja, Freunde an den Fleischtöpfen der Wikipedia, Ihr habt es Euch wohl nicht leicht gemacht. Erst Geld einsammeln, das ihr gar nicht braucht und dann mit den „schwer bei Laune zu haltenden und in Los Angeles schwer zu kriegenden“ Mitarbeitern für Sonderleistungen wie Kochkurse oder Fitnessstudios verpulvern – für sowas hab ich nicht gespendet.

Und was den Rausschmiss eines Vorstandsmitglied angeht, wüßte ich dann auch gerne, warum und wieso. Die Wikimedia sollte sich langsam in Intransparentia umbenennen!

In der Wikipedia herrscht ja bekannterweise ein ständiger Kampf zwischen der hellen, der dunklen und der bunten Seite der Macht. Trolle beherrschen die Seiten, die immer wieder hin- und hergeändert werden – ganz nach den (meist bezahlten) Interessen der Handelnden.

Worum in der Wikipedia täglich gekämpft wird

Das Vorgehen in diesem neuen Fall macht deutlich, dass die Kämpfe innerhalb von Wikipedia um das Recht zur Festlegung der Inhalte des Online-Lexikons offenbar umso härter werden, je höher man in der Hierarchie steckt.

Man mag das undurchsichtige Konstrukt Wikimedia Stiftung oder Vorstand oder Board Of Trustees nennen – aber eigentlich geht es nur um die eigentliche Cash Cow des Hauses Wikimedia Foundation, um die Online-Enzyklopädie Wikipedia, deren Inhalten die Menschen einfach (noch) vertrauen und die deshalb Gold wert sind.

Wer hier die Inhalte festlegen kann, macht damit sehr viel Kohle, allerdings häufig an der Wikimedia Foundation und ihrer Tochter Wikipedia vorbei direkt in die eigene Tasche.

Da geht es nicht nur um Firmen und Produkte, sondern auch um eitle Menschen – die Erwähnung im Online-Lexikon der Welt ist schon eine Art Ritterschlag.

Ein wohlmeinender Rat nicht nur für die Abertausende Profiteure im System des Lexikons Wikipedia:

Es ist Zeit, aus San Francisco fortzuziehen, die Mitarbeiter ohne Kochkurse oder Fitnessstudios wo auch immer in der Welt online ans Werk gehen zu lassen und last not least alle Vorstandsentscheidungen mit den Menschen im Netz kommunizieren.

Sonst begrüßt Jean Claude Juncker demnächst auch den Wikimedia-Chef mit „Bonjour dictateur!“

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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