Razer: Krypto-Mining auf unausgelasteten PCs

Eigentlich ist der große Hype des Krypto-Minings vorbei. Wer die Message nicht glauben will, sollte mal auf den Gebrauchtmarkt von Hochleistungs-Grafikkarten schauen, mit denen man bis dato in aller Regel das Mining betrieben hat – der ist regelrecht überflutet von den digitalen Bergarbeitern.

Für PCs, die nicht ausgelastet sind, war im letzten Jahr Krypto-Mining schon interessant, besonders, wenn die Rechner hochleistungsfähige Grafikkarten mit vielen GPU-Kernen eingebaut hatten.

Früher erzielten Bitcoin, Ether & Co. ja auch noch immer neue Kursrekorde. Das ist zwar schon lange vorbei und der Bitcoin ist von maximal 20.000 € auf inzwischen unter 4.000 € abgetaucht – zu wenig, als dass sich das Geschäftsmodell mit den hohen Stromkosten noch lohnt.

Es sei denn, man findet Dumme Kunden, die die Stromrechnung dafür freiwillig im Austausch für eine Handvoll Glasperlen übernehmen…

Razer barbiert seine Kunden über den Löffel

Der US-Hersteller von Computerzubehör Razer hält das Konzept wohl für noch nicht ausgereizt. Mit SoftMiner hat er eine Software zum Beta-Test freigegeben, die auf den Rechnern der Nutzer die Kryptowährung Ether schürft.

Die so gewonnenen Ether gehen aber nicht an die Nutzer – die bekommen dafür lediglich sogenannte „Silver“, also eine Art Rabattmarken, mit denen sie im Razer-Shop einkaufen können.

Silver für Ether heißt Glasperlen gegen Gold tauschen

Razer würde das ja wohl kaum so sagen wollen, aber der Hersteller will letztlich Kryptogeld schürfen, das seine Kunden dann über ihre Stromrechnung bezahlen, ohne selbst jemals auch nur einen Ether dafür zu bekommen.

Das Unternehmen arbeitet dabei mit GammaNow zusammen, die schon eine ähnliche Software anbieten und das Krypto-Mining der Nutzer mit Gutscheincodes für diverse Onlineshops vergüten. Wie nun auch Razers SoftMiner setzt die Software dabei besonders energieintensiv auf die Grafikkarte, was eine hohe Stromrechnung garantiert.

Es gibt auch ein Leben ohne Krypto-Mining

Wer stattdessen lieber sinnvolles mit seinem leerlaufenden PC machen möchte, könnte ja zum Beispiel alternativ bei Leerlauf seines Rechners für das SETI-Projekt nach freundlichen Aliens im Weltraum suchen.

Noch besser wäre es natürlich aus Energieeffizienzgründen und damit letztlich für den Kampf gegen die Erderwärmung, den guten, alten Rat von Peter Lustig und Fritz Fuchs aus Pusteblume und Löwenzahn zu befolgen: Abschalten!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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