Schaut Amazon jetzt auch in unsere Wohnungen?

Dass Amazons Alexa-Lautsprecher akustische Tischspione sind, weiß inzwischen wohl jeder, aber nun wird die Frage aufgeworfen, ob der Online-Handelsriese nicht nur in die Wohnungen hineinlauscht, sondern auch hineinschaut!

Ein Bericht von The Intercept will wissen, dass neben den Eigentümern auch Amazon-Mitarbeiter auf die Videobilder der Überwachungskameras des Herstellers Ring, den Amazon vor einem Jahr für über eine Milliarde übernommen hat, zugreifen und ihre Kunden beobachten konnten.

Zugriff auf Live-Videostreams aus den Wohnungen

Für seine „intelligenten“ Video-Klingeln wirbt der Hersteller aktuell ja auch intensiv in deutschen Medien. Nach dem Bericht von Intercept brauchten sowohl die Entwickler als auch die Geschäftsführung nur die Emailadresse eines Ring-Nutzers kennen, um live auf die Videostreams ihres Kunden zugreifen zu können.

Zur Produktpalette von Ring gehören nicht nur Klingeln und Überwachungskameras für den Außenbereich, sondern auch Kameras, die explizit für Innenräume gedacht sind. Angeblich war der Zugriff auf die Kameras über das Videoportal des technischen Supports möglich.

Mitarbeiter von Ring hätten sich sogar gegenseitig nach romantischen Dates damit aufgezogen, wen die Kollegen so mit nach Hause genommen haben, liest man in dem Bericht.

Zugriff auf gespeicherte Videos

Im Jahr 2016 hätten die Ring-Mitarbeiter in einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung in der Ukraine auch Zugriff auf einen Ordner in Amazons S3-Cloudspeicher gehabt, in dem alle Videos gespeichert waren, die von Ring-Kameras auf der ganzen Welt aufgenommen wurden.

Außerdem hätten die Mitarbeiter auch auf eine Datenbank zugreifen können, über die die einzelnen Videos den dazugehörigen Ring-Kunden zugeordnet werden konnten. Gelegentlich hätten sich die Mitarbeiter gegenseitig Videos von Ring-Kunden gezeigt, diese kommentiert oder sie einfach nur beschrieben – dabei auch Menschen, die sich küssten, Gewehre abfeuerten oder gerade stahlen. Nach dem Kauf durch Amazon sollen aber mehr Zugriffsrestriktionen eingeführt worden sein, die die Mitarbeiter jedoch leicht umgehen konnten…

Amazon widerspricht der Darstellung und sagt, die Mitarbeiter hätten nur Zugriff auf Videos, die öffentlich über die Neighbour-App von Ring geteilt wurden oder von solchen Ring-Kunden, die der Analyse ihrerer Videos explizit zugestimmt hätten.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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