Scheinheiliger Dobrindt und die „verdammte Verantwortung“

In der Krise der deutschen Autoindustrie um Diesel und Kartell hat Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) an die „verdammte Verantwortung“ der Hersteller appelliert, „das Vertrauen wiederherzustellen und die begangenen Fehler zu beheben“.

Die Branche habe sich angesichts von Abgasskandal, millionenfachen Rückrufen und den Berichten über ein mutmaßliches Kartell „in richtig schweres Fahrwasser“ gebracht, sagte er der Bild am Sonntag. Inzwischen drohe nach Einschätzung von Dobrindt auch ein genereller Image-Schaden für deutsche Autos. „Das empfinde ich als furchtbar.“

Scheinheiliger gehts wirklich nicht von einem Mann und einem Amt, die beide ganz tief mit im Sumpf der deutschen Autoindustrie stecken – schließlich hat die Politik bei den Betrügereien fleißig mitgemacht oder zumindest alle Augen fest zugedrückt!

Dobrindt will nur Softwaregefummel

In Bezug auf das übermorgen geplante Treffen der Autoindustrie und der Politik, dem sogenannten „Diesel-Gipfel“, bekräftigte Dobrindt seine Erwartung, „dass die Fahrzeuge schnellstens auf Kosten der Hersteller optimiert werden“.

Motoren mit Euro-5- und Euro-6-Norm könnten mit neuer Steuerungssoftware deutlich verbessert werden (Anm.: Bis der zu kleine Harnstofftank leer ist.). „Ich erwarte beim Gipfel dazu ein akzeptables Angebot der Automobilindustrie.“

Zu der von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) geforderten Nachrüstung der Fahrzeughardware sagte Dobrindt: „Ob es zusätzliche Hardware-Lösungen für bestimmte Wagentypen geben kann, muss mit Experten geprüft werden.“

Mit der geballten Staatsmacht gegen gutgläubige Autokäufer

Es ist doch, wie der Focus unter „Auto-Deutschland schafft sich ab“ dazu schreibt, hochnotpeinlich, dass der Diesel-Skandal durch US-Behörden aufgeklärt werden muss, weil die deutschen Behörden es nicht hinkriegen! Und dass jetzt allen Autobesitzern, die ein zweifelhaftes Update verweigern,  die Zulassung entzogen werden darf– auf eigene Kosten, wohlgemerkt – als handle es sich um einen gefährlichen Bremsen-Defekt.

Foto: Dobrindt 2013, CC BY-SA 4.0, Martin Rulsch

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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