Weiter schwere Missstände bei Apple-Zulieferern

foxconnAuf die massive weltweite Kritik an den Arbeitsbedingungen bei seinen chinesischen Lieferanten wie Foxconn hatte Apple reagiert, sich vor Ort umgeschaut und sogar ein paar Aufträge anderweitig vergeben – alles schien wieder akzeptabel.

Jetzt deckt ein Report der Nicht-Regierungs-Organisation China Labor Watch (CLW) auf, dass die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von iPhone und iPad viel schlimmer sind, als man bisher dachte. Im Grunde muss man sich schämen, ein solches Gerät von Apple zu benutzen…

Der Spiegel hat dazu in Shanghai recherchiert und traf auch die Autoren des CLW-Berichtes. In seinem Bericht heißt es:

Die Vertragsfabriken von Apple verstoßen laut CLW systematisch gegen chinesisches Arbeitsrecht. Mehr als 10.000 Schüler und Studenten müssen in den Fabriken unter teils gefährlichen Umständen arbeiten, so der Report. Vermittelt werden sie von ihren Lehrern und Schulen, die angeblich einen Teil des Lohns für sich einbehalten.

Einige Beschäftigte müssen den ganzen Tag stehen, eine Schicht dauert oft länger als zwölf Stunden, 80 Überstunden pro Monat seien nicht selten, heißt es in dem Bericht. Auch Minderjährige und Schwangere müssen weit länger als acht Stunden am Tag arbeiten. Kaschiert werden diese Missstände angeblich durch ein betrügerisches Abrechnungssystem, das Überstunden systematisch unterschlage.

Der Umgangston in den Fabriken sei ausgesprochen rüde, die Arbeiter würden systematisch angepöbelt und eingeschüchtert, so CLW. Außerdem mangele es in den Fabriken am Sicherheitstraining, an Fluchtwegen und sogar an grundlegender Erste-Hilfe-Ausrüstung. Viele der jungen Arbeiter kündigten vorzeitig. Doch wer kürzer als ein Dutzend Tage gearbeitet hat, werde oft einfach um den Lohn geprellt, so der Bericht.

Außer einem lapidaren „Der besondere Schutz unserer Mitarbeiter ist unsere oberste Priorität.“ hat sich Apple bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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