Der Sexting-Dienst Snapchat ging heute an die Börse

Heute ging Snapchat an die Börse. Das ist der Handydienst, mit dem man (gegebenenfalls verfälschte) Fotos an andere Nutzer versenden kann, die dort nur ein paar Sekunden sichtbar sind und sich dann selbst löschen (Blitzer-Fotos).

Besonders beliebt war Sexting mit diesem Dienst, obwohl sofort klar war, dass ein schneller Screenshot des Empfängers diese Fotos dann doch dauerhaft in die Welt setzte – meist zum Schaden junger Menschen…

Eine aberwitzige Firmenbewertung

Eine Aktie der Firma Snap kostete heute 17 US-Dollar. Auf Basis dieses Ausgabepreises ergibt sich eine Bewertung des Unternehmens von ca. 24 Milliarden Dollar – der größte Börsengang seit 2014 und einer der am höchsten bewerteten Börsengänge aller Zeiten. Nur der Alibaba-Börsengang 2014 war noch ein Milliarde größer.

Wenn man bedenkt, dass Snapchat noch nie einen Gewinn gemacht hat und auch immer weniger neue Benutzer hinzukommen, verwundert die schon bald verrückt hohe Firmenbewertung.

Wenn man dann noch weiß, dass die Stimmrechte ausschließlich bei Insidern verbleiben und Käufer dieser Aktie nicht mitreden dürfen, kommt einem diese Bewertung noch verrückter vor.

Trotzdem sollen potentielle Anleger zum Börsengang über zwei Milliarden Aktien bestellt haben, obwohl ja nur nur gut 200 Millionen ausgegeben werden – auch das Wort „Überzeichnung“ erscheint hier verniedlichend.

Bei dieser Nachfrage ist Snapchat fast dazu gezwungen, den Preis anzuheben. Gehandelt werden die stimmrechtslosen Snapchat-Aktien an der New York Stock Exchange (NYSE).

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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2 Kommentare zu Der Sexting-Dienst Snapchat ging heute an die Börse

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