Sim City: Onlinezwang mit zweifelhafter Begründung

SimCity5

Der Serverzwang beim EA-Spiel Sim City hat EAs Infrastruktur völlig überlastet. Es wurden schon Funktionen per Hotfix abgeschaltet, aber trotzdem ist normales Spielen kaum möglich.

Der Entwickler von Sim City Maxis sagt, es sei aus technischen Gründen auch für Einzelspielerpartien zwingend nötig, dass Sim City mit den EA-Servern verbunden ist:

Zu The Polygon sagte Maxis-Chefin Lucy Bradshaw: „Das Spiel funktioniert so, dass wir eine signifikante Anzahl der Kalkulationen auf unseren Servern durchführen lassen, so dass sie nicht mehr auf dem lokalen PC, sondern in der Cloud berechnet werden. Es wäre nicht möglich, das Spiel offline zu betreiben, ohne dass eine beträchtliche Menge von Ingenieursarbeit für unser Team anfallen würde.“

Schon früher musste sie sich mehrfach gegen Vorwürfe verteidigen, dass der natürlich von den Spielern ungeliebte Serverzwang im Grunde nur ein Kopier- und Weiterverkaufsschutz ist.

Auch im Fall Sim City 5 wird diese Aussage inzwischen stark bezweifelt.

Die US-Seite Kotaku.com hat ausprobiert, ob das Spiel auch ohne Onlineverbindung läuft –  es lief gut 19 Minuten lang ohne Probleme. Auch der Erfinder von Minecraft hat Sim City anscheinend offline getestet und sich per Twitter gewundert, dass das funktioniert hat.

Auch Golem hat den Test gemacht – und stellte dabei fest, dass zwar wenige Sekunden nach dem Kappen der Internetverbindung links oben in Sim City der Hinweis „Netzwerk getrennt“ zu lesen war.

Das eigentliche Spiel lief aber danach ohne erkennbare Probleme weiter. Erst nach 20 Minuten und 22 Sekunden wurde es von einer Fehlermeldung. Nach einem Neustart war festzustellen, dass alle Daten aus der „Nachspielzeit“ ohne Serververbindung sauber gespeichert waren und man nahtlos weiter spielen konnte.

Ganz offensichtlich versucht EA hier, durch den Serverzwang einen rigiden Kopierschutz gegen die Spieler (und Käufer) durchzusetzen und scheut sich dabei auch nicht, den Serverzwang mit aus den Fingern gesogenen „technischen Notwendigkeiten“ zu begründen.

Das ist ein weiterer Stein eines Mosaiks, das deutlich die Bestrebungen der Wirtschaft zeigt, den Kunden möglichst keine Programme, Bücher oder Filme mehr zu verkaufen, sondern nur noch die Rechte, diese Medien in einer vom Verkäufer festgelegten Umgebung zu benutzen. Das schützt gegen Raubkopien, gegen Wiederverkauf der Medien und häufig sogar gegen die Nutzung nach Hardwarewechsel – alles im Sinne der spätkapitalistischen Wirtschaft und ihrer Nobelpreisträger.

Merke: Ein Wirtschafts-Nobelpreis ist eher ein Kainszeichen als eine Auszeichnung!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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