Snapchat an der Börse gecrasht – Milliarden sind weg

Es ist mal gerade einen Monat und eine Woche her, dass Snapchat-Hersteller Snap Inc. an die Börse ging. Bei einem Ausgabepreis von 17 US-Dollar wurde eine aberwitzige Bewertung des Ladens von ca. 24 Milliarden Dollar erzielt – einer der am höchsten bewerteten Börsengänge aller Zeiten. Und der Kurs stieg noch weiter…

Wir haben deutlich davor gewarnt, und gestern ist auch passiert, was mit einem Unternehmen passieren muss, das auf einem ehemaligen Sexting-Foto-Chat als One Trick Pony reitet: Der Kurs von Snap Inc. fiel um 25 Prozent.

Auslöser sind schlechte Quartalszahlen

Das passierte nach der Veröffentlichung eines Quartalsberichtes mit 2,2 Milliarden Dollar Verlust. Der Verlust war allerdings nicht das ausschlaggebende Problem, er kam hauptsächlich durch eine einmalige Belastung der Bilanz durch Aktienoptionen im Zuge des Börsengangs zustande.

Der Knackpunkt ist: Auch beim Wachstum von Nutzerzahl und Umsatz verfehlte Snap die Prognosen der Analysten. Snap kam im ersten Quartal auf 166 Millionen täglich aktive User. Das waren nur acht Millionen mehr als im Vorquartal.

Instagram hat Snapchat das Wasser abgegraben

Das Wachstum wurde so stark ausgebremst, nachdem Facebook anfing, in großem Stil Programmfunktionen von Snapchat zu kopieren, beispielsweise die „Stories“-Funktion, mit der die Benutzer Bilder für 24 Stunden mit ihren Freunden teilen können. Damit gewann Facebooks Fotoplattform Instagram zwischen Dezember 2016 und April 2017 satte 100 Millionen Nutzer dazu und hat jetzt auf 700 Millionen User.

Allerdings ist das Geld nach einer bekannten Börsenregel ja nicht wirklich weg – das hat jetzt nur jemand anders…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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