Sollbruchstellen – die geplante Obsoleszenz?

Gluehlampe_01_KMJBei Heise kann man heute eine Zusammenfassung zur sogenannten „geplanten Obsoleszenz“ lesen.

Obsolet (lat.: obsolescere=sich abnutzen, alt werden, aus der Mode kommen, an Ansehen, an Wert verlieren) bedeutet im Grunde, dass etwas nicht mehr weiter benutzt werden kann, weil es defekt oder veraltet ist.

Bei geplanter Obsoleszenz wird ein Produkt vom Hersteller in seiner Lebenszeit eingeschränkt, wobei viele Tricks angewandt werden, um den Verbraucher zum Austausch seines angeblich obsoleten Produktes gegen ein neues zu animieren.

Nach dem Bericht haben die Grünen den Aktivisten Stefan Schridde, der auch die Seite Murks-nein-danke.de betreibt, und den Ökonomen Christian Kreiß mit einem gerade veröffentlichten Gutachten zur geplanten Obsoleszenz beauftragt.

Die beiden gehen davon aus, dass geplante Obsoleszenz die Konsumenten in Deutschland jedes Jahr 100 Milliarden Euro kostet. Ein Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes soll das jetzt klären.

Geplante Obsoleszenz kann in der Regel man nicht leicht beweisen. Da gibt es viele Fälle wie beispielsweise Glühbirnen mit vorsätzlich schlechten Glühfäden (das erste Kartell auf Basis geplanter Obsoleszenz in der Industriegeschichte) oder Tintenstrahldrucker mit Zählern, die ab einem bestimmten Zählerstand nicht mehr arbeiten.

Nach einer Umfrage der Zeitschrift „Audio Video Foto Bild“ unter 7000 Konsumenten waren Flachbildfernseher im Schnitt nach 19 Monaten defekt.

Aber es gibt auch andere Methoden, den Verbraucher zum Wegwerfen eines Produktes mit nachfolgendem Neukauf zu bringen. Dazu zählen fest eingebaute Akkus, die sich nicht austauschen lassen (Außer im Repair-Café), künstliche Verknappung oder Verteuerung von Ersatzteilen (Spruch: Das lohnt sich nicht, nehmen Sie besser das neue Modell, das kann auch…) und auch das Zurückhalten von Reparatur- und Austauschanleitungen, was Eigenreparaturen für die meisten Konsumenten sehr erschwert.

Der Gründer der größten Reparatur-Community iFixit Kyle Wiens kritisiert diese Mechanismen in einem Gastbeitrag in der Technology Review deutlich: „Diese Politik läuft letztlich auf eine Strategie der geplanten Obsoleszenz hinaus, denn sie macht es dermaßen schwierig und teuer, defekte Elektrogeräte zu reparieren, dass viele Verbraucher sie einfach kurzerhand entsorgen.

Bei immer mehr Konsumenten ist inzwischen ein Wandel festzustellen. Auch in Deutschland hat die niederländische „Repair Café“-Bewegung inzwischen schon viele Rapair Cafés gegründet.

Im Netz finden sich bei iFixit inzwischen mehr als 2.000 Reparaturanleitungen, die von einer halben Million Nutzern selbst erstellt wurde.

Foto: Wikipedia CC / KMJ

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