Sparkassen-Girocards bei Apple Pay am Katzentisch

Merkwürdig – ausgerechnet von den Sparkassen, die es von allen deutschen Banken durch ihre Sonderstellung wirtschaftlich am leichtesten haben, gibt es schon lange nichts mehr Gutes zu berichten.

Im Gegenteil: In letzter Zeit ging es nicht nur hier in Lüdinghausen um Schließung von Filialen, Abschaltung von Geldautomaten und um traurige Blicke (ein wenig von Corona verstellt) in den Keller mit den faulen Krediten, die den Sparkassen bald um die Ohren fliegen dürften.

Sparkassen-Kunden mit Girocard bei Apple Pay nur zweitklassig

Und schon geistert wieder ein neuer Hit der Bank in Rot durchs Netz: Sparkassen-Girocards (früher EC-Karten genannt) können bald mit dem Bezahldienst Apple Pay genutzt werden – dummerweise aber nicht überall. Damit sind ihre Nutzer nur Kunden zweiter Klasse, drückt sich Golem noch recht vorsichtig aus.

Der Hintergrund des Girocard-Chaos

Bis jetzt ließen sich nur Kredit- und sogenannte Prepaidkarten für Apple Pay einsetzen, aber nun öffnet sich Apples Bezahlsystem auch für die Girocard der Sparkassenkunden.

Der hohe Verbreitungsgrad der früheren EC-Karte hat zwar Vorteile, aber wie immer gibt es auch Nachteile, die das System letztlich zu einem Flickenteppich machen. Denn die Girocard-Apple-Pay-Funktion kann nicht etwa automatisch online genutzt werden, und auf Apples Macs funktioniert Apple Pay online im Browser überhaupt nicht (was sich natürlich noch ändern könnte).

Diese Zusammenhänge gehen aus den Nutzungshinweisen in der Sparkassen-App hervor, über die der iPhone-Ticker.de als erster berichtete. Darin liest man: “Zahlungen sind in einer App bzw. im Online-Handel per Safari Browser zunächst nur mit digitalen Kredit- und Prepaidkarten möglich, wenn das Apple Pay Symbol als verfügbare Zahlungsoption angezeigt wird. Dies hängt ausschließlich vom jeweiligen Händler ab.” Diese Funktion soll im Spätsommer des Jahres freigeschaltet werden.

Deutsche Bank und Commerzbank machen das deutlich kundenfreundlicher

Andere Banken wie zum Beispiel die Deutsche Bank und die Commerzbank haben eine bessere Variante genutzt, um ihren Kunden ohne Kreditkarte Apple Pay zu ermöglichen. Diese Banken richten für ihre Kunden eine virtuelle Debitkarte ein, welche dann in Apple Pay hinterlegt wird. So gibt es nicht die geringste Einschränkung beim mobilen Bezahlen mit Apple Pay.

In Deutschland sind die Girocards, die vielen noch mit dem schon 2007 abgeschafften Markennamen “EC-Karte” bezeichnen, wesentlich populärer als klassische Kredit- oder Debitkarten von Mastercard, Visa und Co. Auch Sparkassen-Kreditkarten von Visa und Mastercard können schon seit Dezember letzten Jahres zum Bezahlen mit Apple Pay genutzt werden…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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