Spezialscanner für E-Post liest Zahlungsdaten aus

epost-scanner-600Zwei Abzock-Systeme konkurrieren um Kunden, die nicht richtig nachdenken: Die DE-Mail und der E-Post-Brief.

Eigentlich wollten die Provider gemeinsam die Deutschen mit der DE-Mail abzocken, aber nach Auseinandersetzungen mit Datenschützern wegen ihres Postident-Verfahrens wechselte die Deutsche Post von der gemeinsamen DE-Mail zum eigenen E-Post-Brief.

95 Prozent der Sendungen druckt die Post aber im Kundenauftrag aus und sendet sie per Brief zu. Für den E-Postbrief sind rund eine Million Nutzer registriert. In diesem Jahr will die Post rund 100 Millionen Euro Umsatz in dem Bereich erwirtschaften.

Hier wird’s richtig happig!

Beide Abzock-Mails haben als herausragendes Merkmal, dass man 33, 49 oder sogar 55 Cent für eine versandte Email zahlen muss, obwohl Emails keinerlei Kosten verursachen – oder haben Sie je für eine Email Geld bezahlen müssen? De-Mails kosten je nach Datengröße zwischen 33 und 49 Cent; der E-Postbrief ist mit 55 Cent noch teurer.

Achja – beide haben natürlich Abhörschnittstellen bei den Providern, damit sich die Mutti auf meine Urlaubsfotos einen rubbeln kann. Oder die nette Verwaltungsangestellte im Lüdinghauser Rathaus – das wär mir schon lieber…

Scanner soll Kunden anlocken

Ein Scanner mit spezieller Software arbeitet jetzt mit der E-Post-Software zusammen. Damit werden Empfänger, Kontoverbindung und Rechnungsbetrag automatisch ins Onlinebanking übernommen, so dass man die Rechnungen mit einem Mausklick bezahlen kann.

Das wäre auch mit jedem handelsüblichen Scanner machbar gewesen, aber man will ja schließlich die eigenen Produkte verkaufen. Und was kann denn die Post dafür, dass viele Leute schon einen Scanner haben, aber dafür nicht einsetzen können?

Wer zahlt denn überhaupt seine Rechnungen direkt beim Eintreffen? Wir haben durch fast kostenloses Geld der EZB zwar eine Geldschwemme, was man beispielsweise am Aktienmarkt sieht, aber dass Rechnungen im wahrsten Sinne des Wortes umgehend bezahlt werden, habe ich seit Jahren nicht mehr erlebt.

Das soll den gerade gestarteten E-Post-Brief für potentielle Kunden interessanter machen. Ob man mit sowas Leute überzeugen kann, für seine Emails unnötigerweise Porto zu bezahlen wie früher für einen Brief?

Seit gestern kann man scannen und blechen…

Die Deutsche Post hat ihren angekündigten E-Post-Dienst gestartet, der gescannte Rechnungen erkennen und das Bezahlen mit einigen Mausklicks im Onlinebanking ermöglichen soll.

Das gab das Unternehmen gestern bekannt. Private Nutzer der E-Post können mit dem Ion-Aircopy-Scanner Dokumente, Rechnungen und Belege digitalisieren, dann im E-Postsafe ablegen und elektronisch weiterverarbeiten.

Die E-Post analysiert eingescannte Dokumente per OCR und soll erkennen, ob es sich um Rechnungen handelt. Dann werden Empfänger, Kontoverbindung und Rechnungsbetrag übernommen. “Mit wenigen Klicks kann der Nutzer die Rechnung dann per E-Postzahlung begleichen. Das lästige Ausfüllen von Überweisungsträgern und Onlinebanking-Formularen entfällt ebenso wie das fehleranfällige Abtippen langer IBAN-Nummern”, erklärte die Post. Der kostenlose Speicherplatz im E-Post-Safe ist auf 5 GByte begrenzt.

Und nochmal blechen

Der E-Post-Scanner ist über den Online-Marktplatz von DHL “MeinPaket.de” für 99 Euro erhältlich. E-Post-Kunden erhalten das Gerät zum Preis von 59 Euro.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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