Spiegel: Von der Unmöglichkeit, mit Arbeit reich zu werden

Spiegel20140505Das Titelbild der morgen erscheinenden neuen Ausgabe des Spiegel ist wirklich sehenswert.

Irgendwie erinnert es an die verlogenste gut gezeichnete Werbung aller Zeiten, den „grünen Riesen“ von den Umweltverschmutzern des Stromversorgers RWE – zumindest die obere Hälfte.

Unter dem Titel „Die Wohlstandslüge“ geht es in dieser Ausgabe um die „Unmöglichkeit, mit Arbeit reich zu werden„.

Wie der Spiegel sein Statement mit Leben füllt, weiss ich natürlich noch nicht – ich bin nach über 50 Jahren harter Arbeit auch nicht reich geworden und muss mich entscheiden, ob ich einen Spiegel kaufe oder lieber eine Konservendose mit Essen. Überdies kann man das Magazin erst ab morgen erwerben.

Gründe dafür gibt es da ja viele, von denen aktuell wohl die sogenannte „Kalte Progression“ am meisten im Munde der Politiker ist. Das ist der von den Politikern durch eine nichtlineare Steuerprogression erreichte Effekt, dass gerade im unteren Mittelstand von einer Gehaltserhöhung nur der Finanzminister etwas hat – es braucht nicht viel Pech dabei, um nach einer Lohn- oder Gehaltserhöhung weniger Geld ausgezahlt zu bekommen als vorher.

SchroederPutinVor allem die drastische Ausweitung des Niedriglohnsektors durch die Hartz-Reformen trägt zur Armut der Leute bei. „Wenn von 40 Millionen Erwerbstätigen sieben Millionen Minijobber sind, dann ist etwas aus dem Ruder gelaufen“, schreibt die Frankfurter Rundschau schon 2011. Der Dank dafür geht an die frühere Arbeiterpartei SPD mit ihrem damaligen Basta-Kanzler und heutigen Putin-Versteher Gerhard Schröder.

Die Ärmsten der Armen, sogar Empfänger von Hartz 4, Grundsicherung oder anderen Transferleistungen werden von den Politikern dazu verdonnert, den Strom der Reichen und der Industrie zu bezahlen. Die lächerliche deutsche „Energiewende“, bei der wir umso mehr Geld für den Strom bezahlen müssen, je billiger er an der Börse zu kaufen ist, ist eines der Meisterstücke deutscher Politik gegen Arme und für Reiche.

Und auch ein Meisterstück an Umweltverschmutzung, denn es wird immer mehr Kohle und Gas zur Stromerzeugung verbrannt, während der günstige Ökostrom regelmäßig an die Franzosen verschenkt wird.

Die Reallöhne sind heute immer noch unterhalb des Niveaus zur Jahrtausendwende – die Banken konnten in der Zeit zwischen 2000 und 2012 aber ihre Gewinne um mehr als 50 Prozent steigern.

Seit 1980 sind die Nettolöhne und Renten in Deutschland inflationsbereinigt um ca. 15 % gesunken, obwohl sich die Produktivität fast verdoppelt hat.

Statt des früher üblichen Wohlstandszuwachses hat sich bei uns in den letzten 30 Jahren eine dickes Minus ergeben. In konkreten Zahlenkann man das so verdeutlichen: Wer heute unterm Strich 1500 Euro netto an Einkommen erzielt, müsste eigentlich längst 3400 Euro netto bekommen.

ArmutDEApropos Euro: Diese Kunstwährung hat die Menschen inzwischen die Hälfte ihres Einkommens gekostet, denn was Sie früher für 1.000 DM kaufen konnten, kostet heute 1.000 Euro – weitere 50 Prozent Kaufkraftverlust.

Armut für die Massen ist in Deutschland keine Schande, sondern Politik! Genau daran sollten Sie besser denken, wenn Sie ihre Stimme bei der Europawahl am 25 Mai abgeben…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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2 Kommentare zu Spiegel: Von der Unmöglichkeit, mit Arbeit reich zu werden

  1. Stefan sagt:

    Das mit den Nettolöhnen stimmt nur zum Teil – die Entwicklung ist etwa so wie beschrieben, die Ursachen werden aber vollens unterschlagen. Hier empfehle ich ein od. zwei Semester Volksökonomie. Nach Einführung des Euro – und damit der Aufwertung in den Billiglohnländern (s. Griechenland, dort wurden die Gehälter nach Euroeinführung VERDOPPELT!) – hatten leistungsbilanztechnisch die vormals „starken“ Wirtschaftsländer keine andere Chance als eine Kompensation durch LOHNZURÜCKHALTUNG durchzuführen. Dies ist der Unmöglichkeit geschuldet, dass wirtschaftlich schwache Länder im Euroraum über ihre Währung abwerten können.
    Die Regierung Schröder mußte genau das mit den Hartz-Gesetzen umsetzen.
    Tja, dass sind eben Wohl und Wehe einer gemeinsamen Währung innerhalb wirtschaftlich unterschiedlich starken Länder.
    Aber ein Trost sei allen Betroffenen gegeben: Beim Urlaub in den Euroländern brauchen diese nicht umständlich das Geld umzutauschen…

  2. Wahnsinniger, an der Zuvielisation verzweifelnd sagt:

    …und irgendwann werden wir alle vergast!

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