SSD-Hersteller warnt vor Chia-Kryptomining

Bei der neuen Kryptowährung Chia kommt es beim Schürfen des Kryptogeldes statt auf Rechenleistung mehr auf den verfügbaren Speicherplatz ankommt. Die modernen Halbleiter-Festplatten (SSDs) haben die alten magnetischen und rotierenden echten Festplatten wegen ihrer deutlich höheren Geschwindigkeit schon lange komplett verdrängt und stecken in fast jedem neuen Computer.

Dummerweise beansprucht das Mining aber die SSDs in den Rechnern extrem stark und wirkt sich damit negativ auf ihre Betriebsdauer aus, warnt der erste SSD-Hersteller aus China.

Hersteller Galax will Garantie für Miner-SSDs verweigern

Beim Kryptomining komme es zu massiv mehr Schreibvorgängen als beim normalen Gebrauch, informiert der taiwanische SSD-Hersteller Galax auf seiner chinesischen Internetseite. Das extrem hohe Datenschreibvolumen könne zur Folge haben, dass eine SSD Geschwindigkeit verliere oder sogar beschädigt würde.

Der Hersteller warnt deutlich davor, die SSDs zum Kryptomining zu nutzen: Sollten etwa SSDs zurückgegeben werden, werde der Service sie sorgfältig prüfen. Ergäbe der Test, dass ein Schaden von Menschen verursacht sei, werde Galax gemäß seiner SSD-Produktgarantiebestimmungen eine Garantiereparatur verweigern.

Kryptowährung Chia: Proof of Space and Time statt Proof of Work

Die Kryptowährung Chia setzt auf Proof of Space and Time statt wie Bitcoin auf Proof of Work. Zum Schürfen wird für die Plotdatei freier Speicherplatz benutzt, was die Rechenleistung und damit den Energieverbrauch verringert.

Deshalb braucht man zum Schürfen Chia weit weniger Strom als zum Schürfen von Währungen wie Ethereum oder Bitcoin. Die Grundlagen für die Kryptowährung legte der US-Programmierer Bram Cohen, der auch schon das Bittorrent-Protokoll entwickelt hat.

SSDs werden knapp

Der Chia wird zwar bisher noch gar nicht gehandelt, hat aber schon einen Boom bei Speichermedien ausgelöst. Einer der Hersteller hat sogar schon eine spezielle Mining-SSD angekündigt. Auch die Mining-Farmen haben begonnen, große Mengen an Speichern zu bunkern, weshalb vor allem Festplatten mit 4 bis 18 TByte bereits knapper und damit teurer geworden sind. Einige Händler haben auch schon Mengenbegrenzungen beim Verkauf von Festplatten und SSDs eingeführt.

Weil die Kurse für die bekanntesten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum in den letzten Jahren massiv gestiegen sind, ist das Mining weiterhin sehr beliebt. Weil diese beiden älteren Währungen auf Proof of Work statt auf Proof of Space and Time setzen, hat  das schon zu einer großen Knappheit von Grafikkarten geführt, und Hersteller setzten sogar schon „Mining-Sperren“ in ihre Hochleistungsgrafikkarten ein.

Über Klaus

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