Startup Tenant will Mieter ausspionieren

tenantWenn es nach dem britischen Startup Tenant geht, reichen Schufa-Abfrage, Selbstauskunft des potentiellen Mieters und seriöses Auftreten bei einer Wohnungsbesichtigung nicht mehr aus. Tenant will noch deutlich weiter zu gehen und den Vermietern weit mehr Daten zur Verfügung zu stellen.

Die Mieter sollen nach den Vorstellungen von Tenant auf angeblich freiwilliger Basis ihre verschiedenen Onlinedienste mit Tenant Assured verknüpfen. Twitter, Instagram, Facebook und LinkedIn kommen dafür beispielsweise in Frage. Tenant erstellt dann eine fortlaufende Analyse und überführt die Werte in einen individuellen Risikowert (Score).

Damit sollen Fragen beantwortet werden wie: Wie zahlungskräftig ist der Interessent, wird er oder sie die Miete immer pünktlich bezahlen? Wie entwickelt sich seine Lebenssituation? Ist es vielleicht ein Mietnomade, der die Wohnung in einem chaotischen Zustand hinterlassen dürfte?

Tenant Assured stellt in der Werbung heraus, dass sich Vermieter mit Hilfe ihres Programms nicht nur ein Bild über den “Ist-Zustand” machen, sondern auch zukünftige Entwicklungen mit berücksichtigen könnten. Ob Vermieter am Ende aber wirklich einem ansonsten unauffälligen Mieter kündigen würden, wenn sich der Risikowert bei Tenant Assured erhöht, läßt sich schwer vorhersagen.

Nach den ersten Veröffentlichungen zu diesem Spionage-Angebot ist Tenant offenbar jetzt auf Tauchstation gegangen – auf der Startseite der Internetpräsenz findet sich jetzt nur noch ein “coming soon” – obwohl die Dienstleistung zuvor schon vermarktet wurde.

Ob das britische Spionage-Startup eine Expansion nach Deutschland plant, oder ob der Brexit hier vielleicht hilft, uns vor den Schnüfflern zu verschonen, ist aktuell noch nicht bekannt.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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