Steinbrück gibt die Medien-Mogelei einfach nicht auf

Peer_Steinbrück_in_Münster_(2012)_SPDMan glaubt es kaum: Bei dem erst vor ein paar Tagen vorgestellten „Facebook-Interaktions-Index“ der Marketingagentur Goldmedia hält SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück vor zehn anderen bekannten „Politikern“ die Spitzenposition.

Das kann aber gar nicht sein, denn  jeder, der die Nachrichten und die Heute Show verfolgt, weiß, dass Steinbrück nicht die geringste Affinität zu neuen Medien hat.

Noch im Herbst tönte er, er werde Twitter nicht benutzen – später sah man ihn dann mit einer Art Zivi, der ihm beim „betreuten Twittern“ half. Steinbrück sprach und der Zivi tippte ein.

Dann kam das sogenannte Peerblog, das sich relativ schnell als „Sponsoring von Unbekannt“ entpuppte. Davon hat der gute Peer ja gar nix gewusst… Wie kommt er dann aber on top auf diesen „Facebook-Interaktions-Index“ – der weiß doch gar nicht, wie man eine Maus richtig anfasst?

Ganz einfach:

Offensichtlich hat die Agentur Goldmedia den Index speziell für Steinbrück zurechtgeschustert, frei nach dem Motto: „Wenn der Nachname ein „Stein“ enthält, gibt es 10 Sonderpunkte, und wenn er auch ein „brück“ enthält, wird die erreichte Gesamtpunktzahl verdoppelt.

Und siehe da, Heise berichtet:

Wie der Branchendienst Meedia recherchierte, heißt der Geschäftsführer der erst 2010 gegründeten Agenturtochter Goldmedia Political & Staff GmbH Clemens Appel. Er war von 1996 bis 2004 unter den SPD-Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und Matthias Platzeck Staatssekretär in Brandenburg und 2009 Leiter der Potsdamer Staatskanzlei. Auf dem von Appel betriebenen Portal Medienpolitik.net kommen SPD-Politiker auffällig oft und auffällig positiv zu Wort.

Für eine Stellungnahme dazu war Steinbrück mal wieder nicht zu erreichen.

Und für die alte Tante SPD wird es nun wirklich Zeit, sich einen Ruck zu geben und einen echten Kanzlerkandidaten zu suchen. Steinbrück ist das sicher nicht, denn er tut doch wirklich alles, was möglich ist, um als Vizekanzler unter Merkel dienen zu dürfen.

Das sollte die zugegebenermaßen sehr heruntergekommene ehemalige Arbeiterpartei nicht auch noch mit sich machen lassen.

Foto: Dirk Vorderstraße, CC-Lizenz

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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