Steuern können die Rentenerhöhung im Juli auffressen

Andrea_NahlesDer eine oder andere Rentner, der sich über die Rentenerhöhung im Juli gefreut hat, dürfte nach der Auszahlung lange Zähne machen: Wenn die Renten steigen, müssen nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Bundestag 160.000 Rentner erstmals Einkommensteuer zahlen. Das bringt dem Fiskus dann zusätzlich satte 720 Millionen Euro ein.

Die Rentenbesteuerung trat am 1. Januar 2005 in Kraft und sieht bis 2040 eine schrittweise ansteigende Besteuerung der Altersversorgung vor. Sie betrifft eine jährlich stark wachsende Gruppe der Rentner. Wer schon 2005 in Rente ging, dessen Rente wird nur zu 50% in die besteuert, wer 2016 in den Ruhestand tritt, muss schon 72 Prozent seiner Renteversteuern.

Den Alten wird es genommen, und den Jungen gegeben

Ursache dafür sind auch Rentenerhöhungen, durch die Renten über den Grundfreibetrag von 8652 Euro steigen können. Wer mehr bekommt, muss eine Steuererklärung abgeben. Im Gegenzug zur Rentenbesteuerung werden die von Arbeitnehmern eingezahlten Rentenbeiträge über die Jahre immer stärker von der Einkommensteuer freigestellt.

Wolfgang_Schäuble_2012_RudolfSimonZu Deutsch: Wer heute in Rente geht, versteuert den Teil seines Einkommens, den er in die Rentenversicherung eingezahlt hat, ein zweites Mal! Man kann es auch so ausdrücken: Den Alten wird es genommen, und den Jungen gegeben – und die Schwarze Null Schäuble kassiert doppelt ab.

Dankschreiben sollten die betroffenen Rentner an Frau Nahles und Herrn Schäuble richten.

Fotos: Andrea Nahles CC BY-SA 2.0 Heinrich Böll Stiftung, Foto: Wolfgang Schäuble, Wikipedia CC RudolfSimon

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Kommentar, News, Recht, Sicherheit, Soziales veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.