Studie: Pandemie fördert Online-Banking

Das Online-Banking hat durch die Corona-Pandemie einen deutlichen Schub bekommen: Im Jahr 2020 haben in Deutschland laut einer heute veröffentlichten Studie der Direktbank ING Deutschland und der Beratungsfirma Barkow Consulting drei Millionen mehr Menschen als 2019 Online-Bankgeschäfte über das Internet getätigt. Die Zahl der Nutzer von Online-Banking wuchs von 43,8 auf 46,8 Millionen. Das Online-Banking habe den Höhepunkt in Deutschland aber noch lange nicht erreicht, sagt die Studie.

Die Banken schlossen in der Pandemie einige Filialen zeitweise – und öffneten sie danach einfach nicht wieder, um Kosten zu sparen. Viele Menschen hätten in dem anhaltenden Trend mit mehr Online-Banking und weniger Bankfilialen erst festgestellt, dass sich Bankgeschäfte auch im Internet erledigen ließen, erläuterte ein ING-Sprecher. Für die Studie wurden auch Daten des Statistischen Bundesamts und der europäischen Statistikbehörde Eurostat analysiert.

Die Nutzungsrate von Online-Banking stieg laut Studie am Vorjahr gemessen ungewöhnlich deutlich um vier Prozentpunkte auf 65 Prozent. Damit nutzten fast zwei Drittel der Menschen das Internet für Bankgeschäfte mit dem PC oder dem Smartphone mindestens einmal innerhalb von drei Monaten.

Als wichtigen Grund für die stärkere Nutzung von digitalem Banking sieht das Papier auch, dass die Bargeldinfrastruktur wie Geldautomaten und Kassen in Bankfilialen innerhalb der letzten fünf Jahre um 25 Prozent schrumpfte. Besonders Sparkassen und Volksbanken schlossen Filialen im Rekordtempo, die Zahl der Zweigstellen sank 2020 um mehr als acht Prozent, sagt die Studie.

Das haben wir in Lüdinghausen auch leidvoll feststellen müssen

So starb die einzige Sparkassenfiliale am Marktplatz in der Lüdinghauser Innenstadt nach Vorankündigung im Sommer 2018. Nach vielen Beschwerden der Kundschaft und der Gewerbetreibenden wurde dann an einem Geschäftshaus am Markt ein einzelner Geldautomat ohne Wetterschutz angebracht – und im vorigen Jahr wieder abgebaut. Angeblich wegen einer Warnung der Polizei davor, dass Kriminelle den Blechkasten sprengen könnten.

Und damit war dann die Geldversorgung für alle Sparkassen-Kunden in der Innenstadt von Lüdinghausen unterbrochen, die es sich nicht leisten können, 3,90 € für jede Abbuchung beim Konkurrenten Volksbank (an den Eisdielen) zu bezahlen…

Die Politik scheint es nicht zu kümmern, dass die Geldversorgung ihrer Bürger unterbrochen ist, zumindest hat sie jetzt fast ein Jahr lang nichts dagegen getan

Wer den Teich austrocknen will, sollte nicht die Frösche fragen

Die Studie sagt zwar, dass das Minus bei der Bargeldinfrastruktur durch den Einzelhandel mehr als kompensiert werde, weil etwa Supermärkte (von denen es in Lüdinghausens Innenstadt nicht einen einzigen gibt) auch das Auszahlen von Bargeld anbieten.

Die Kunden der Banken wollen sich aber mehrheitlich nicht zum gläsernen Kunden degradieren lassen, und kleinere Geschäftsleute bieten keine kontaktlose Bezahlung an, weil die fälligen und durchaus happigen Gebühren dafür von ihnen getragen werden müssen und die teilweise geringen Margen weitestgehend auffressen.

Wenn alle zum gläsernen Menschen werden

Das ist vermutlich auch das Ziel der Studie: Akzeptanz für kontaktloses Bezahlen zu schaffen und damit die Bürger zu gläsernen Kunden machen. Da muss man dann aufpassen, dass die ARGE einem nicht Grundsicherung kürzt, weil die vorzulegenden Kontoauszüge den hochqualifizierten Mitarbeitern im Rathaus verraten haben, dass man zu Silvester kontaktlos eine Flasche Sekt gekauft hat…

Schöne neue Welt: Ein Roman der Zukunft Fischer Klassik: Amazon.de: Huxley, Aldous, Herlitschka, Herberth E.: BücherDas nannte Aldous Huxley in seinem Roman “Brave New World” schon 1932 die “Schöne neue Welt”, in der man einmal im Monat eine rosa Karte zugestellt bekommt, die den Besuch einer vom Computer “Big Brother” ausgesuchten Lady für sexuelle Handlungen ankündigte und das an sich verbotene Zuziehen der Vorhänge für eine Nacht erlaubte.

Frauen bekamen natürlich Herrenbesuch, aber Schwule, Lesben und sexuell irgendwie anders orientierte Menschen gingen leer aus. In einer solchen Welt wollte ich nicht leben. Das muss ich mit 73 Lebensjahren vermutlich auch nicht mehr…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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