Taxiunternehmen rufen nach Staatshilfen

Nomen est Omen

Zu Taxiunternehmen habe ich schon seit einiger Zeit ein gestörtes Verhältnis, seit der lokale Monopolist aus Lüdinghausen mit dem treffenden Namen „Taxi – Nee“ mir die Fahrt zum Krankenhaus mit einer entsprechenden Bestätigung der Krankenkasse verweigerte. Zumindest bei Krankenfahrten ist der Name des Unternehmens offenbar auch Programm.

Wie ich nach kurzer Recherche später erfuhr, war das kein „bedauerlicher Einzelfall“, sondern das normale Vorgehen des Unternehmens – vermutlich zahlen die Krankenkassen weniger als „normale“ Kunden, und wer ein Monopol hat, kann sich solch ein asoziales Verhalten offenbar immer wieder erlauben. In meinen Augen ist das unterlassene Hilfeleistung, besonders, wenn es mit sozial Schwachen wie Rentnern in Grundsicherung gemacht wird, die dringend ins Krankenhaus müssen.

Das Unternehmen hat großes Glück, denn wenn ich seine Aufsichtsbehörde wäre, würde ich den Laden wegen dieses Verhaltens dicht machen.

Unternehmen wollen Geld für Kauf und Ladezeiten von Elektro-Taxis

Jetzt schreit plötzlich die ganze Branche nach staatlichen Hilfen. Bei den letzten Rufen von Taxen nach dem Staat ging es in den meisten Fällen ja um Unterstützung gegen unliebsame Konkurrenz von Fahrtvermittlern wie zum Beispiel dem aggressiven Startup Uber aus den USA.

Beim aktuellen Aufschrei der Branche verlangen die Taxenbetreiber, der deutsche Steuerzahler solle der Taxibranche helfen, auf Elektroautos umzusteigen und auch die durch lange Ladezeiten entstehende Probleme finanziell auszugleichen. So fordert es gerade der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (BZP) von der noch gar nicht existierenden neuen Bundesregierung.

Forderungen bewegen sich zwischen abwegig und unverschämt

Dabei haben Taxen genau wie jeder Bürger die Möglichkeit, Tausende von Euros Wechselprämie vom Staat und von den Autoherstellern für einen Elektro-Neuwagen zu bekommen – das ist den Taxi-Unternehmen aber wohl nicht genug.

Die Forderung nach Vergütung der Standzeiten für das Aufladen von Elektrotaxis ist ja wohl nur noch als abwegig zu bezeichnen. Andere Betriebe vom Malermeister um die Ecke bis zum Paketzusteller haben schon lange gehandelt, die Prämien genutzt und so auch in Zukunft die Mobilität in den Innenstädten gesichert, in denen möglicherweise im neuen Jahr Dieselfahrzeuge wegen ihrer tödlichen Emissionen verboten werden.

Die Post hat zu dem Zweck sogar einen eigenen Elektroauto-Hersteller aufgebaut, der zurzeit gar nicht schnell genug liefern kann, um die Anfragen und Bestellungen aus allen Branchen zu bearbeiten.

Ein Elektro-Taxi habe ich aber in Deutschland bisher noch nicht gesehen, die Jungs verpesten lieber die Umgebung weiter mit Dieselmotoren, weil sich das besser rechnet. In Amsterdam beispielsweise werden Elektroautos genau wie in London schon lange als Taxis eingesetzt.

Die echten Probleme kommen erst noch

Dabei könnte auf die Taxibranche bald ein echtes Problem zukommen – weit bedrohlicher als die Elektromobilität. Denn immer mehr Autohersteller entwickeln gerade selbststeuernde Autos mit dem Ziel, auch den Fahrer zu ersetzen…

Foto: Taxis am Flughafen Berlin-Tegel, Matti Blume, CC BY-SA 3.0

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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