„The Donald“ Trump hält Hof mit seinen Korrumpels

Kennen Sie den Film „Die Bestechlichen“ (original: „Les Ripoux“) aus dem Orwell-Jahr 1984 von Claude Zidi mit  Philippe Noiret und Thierry Lhermitte, der den César unter anderem in der Kategorie Bester Film gewann?

In diesem Film genießt der faule, korrupte Pariser Inspektor René Boirond sein Leben mit Vergünstigungen der Unterwelt. Allerdings ist sein neuer Partner François Lesbuche ist (zunächst) ein gesetzestreuer Streber – frisch von der Hochschule, den das alte Schlitzohr erst auf den Geschmack bringen und sanft auf die dunkle Seite ziehen muss.

Korrumpels damals und heute

Den meisten, die den Film kennen, ist das bezeichnende Wort Korrumpel (korrupte Kumpel) in Erinnerung geblieben, das der Streifen geprägt hat. Das gab es aber nicht nur damals bei den Flics – in den USA ist es durch den Präsidenten Donald J. Trump offensichtlich wieder hoffähig geworden.

Erst sechs Monate nach der Präsidentenwahl hat sich gestern zum ersten Mal das komplette Kabinett in Washington getroffen. Dabei boten Trumps Minister und Staatssekretäre vor laufenden Kameras ein ungewöhnlich lächerliches Schauspiel für alle, die die Maßstäbe der Demokratie an diese Veranstaltung anlegen.

Selbstbeweihräucherung vor Speichelleckern

Nach ausgiebigem Eigenlob des Präsidenten („The Donald“ erklärte seine Amtszeit für die erfolgreichste, die je ein US-Präsident in solch kurzer Zeit absolviert hat) überboten sich seine republikanischen Untergebenen und Speichellecker mit Demutsgesten.

Sein Vize Mike Pence sprach von einer Ehre, neben Trump dienen zu dürfen, und Stabschef Reince Priebus (der eigentlich eher nicht als Trump-Gefolgsmann bekannt ist) dankte dem Präsidenten „für die Möglichkeit und den Segen, Ihrer Agenda und dem amerikanischen Volk zu dienen“.

Copyright @Kim Jong Un, Nordkorea

Wenn man das Medienecho sichtet, fühlt man sich an den Hof des grausamen Diktators Kim Jong Un in Nordkorea versetzt – der lässt auch regelmäßig seine korrupten aber linientreuen Korrumpel zum Lobgesang auf ihren Boss antreten. Anders als in den USA wird man aber in Nordkorea normalerweise umgebracht, wenn man sich nicht tief genug vor dem Autokraten verbeugt hat…

Diese Sitzung fand in allen Medien nicht nur in den USA ein lautes Echo. Der Spiegel spricht da allerdings mehr von einem Hohngelächter. . .

Screenshot: whitehouse.gov

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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