TikTok: Trump zog gestern den Schwanz ein

Der gelernte Erpresser im Weißen Haus, US-Präsident Donald Trump, hatte TikTok mit einem Verbot gedroht, wenn das beliebte Videoportal nicht von einer Firma aus den USA übernommen wird – gekoppelt mit einem Lösegeld für den Staat USA.

Ausgerechnet der Präsident der USA, der größten Datendiebe der Welt, beschwert sich darüber, dass die App Daten nach China transportieren soll…

Die USA sind der größte Datendieb der Welt

Alle großen US-Konzerne von Google über Apple und Facebook bis Microsoft schicken ja auch massiv Userdaten in die USA und spionieren zu dem Zweck auch alles aus, was sie irgendwie auf den Smartphones der Benutzer auslesen können.

In Wirklichkeit führt Trump hier seinen privaten Wirtschaftskrieg gegen China weiter – und musste erneut eine Schlappe hinnehmen.

China hat gekontert – und Trump den Schwanz wieder eingezogen

Die chinesische Regierung in Peking ist gegen den Verkauf des US-Geschäfts von TikTok und bevorzugt eher die Abschaltung der App in den USA als eine gelungene Erpressung durch Donald Trump, obwohl sich ein Verkauf für Bytedance lohnen würde und dem Unternehmen ja auch immerhin 30 Milliarden US-Dollar einbringen könnte.

Aber ein Verkauf wäre trotzdem schädlich, glauben die Chinesen. Weil ein solcher Verkauf auf Druck der US-Regierung, oder genauer gesagt des autokratischen Präsidenten Trump erfolge, würde er ja Bytedance und damit China schwach aussehen lassen.

Vetorecht für Chinas Regierung zum TikTok-Verkauf

Daher hat die Regierung in Peking vor einer Woche Maßnahmen ergriffen, um einen möglichen Verkauf von TikTok zu erschweren: Ende August hat sie neue Regeln erlassen, nach denen bestimmte KI-Anwendungen, zu denen auch TikTok gehört, nur noch mit offizieller Genehmigung ins Ausland verkauft werden dürfen.

Das ist eine Art Veto-Recht für jeden Versuch, das US-Geschäft von TikTok an einen US-Konzern zu verkaufen.

Ab heute sollte die TikTok-App ja eigentlich aus den App-Stores in den USA verschwunden sein. Aber die Angst davor, dass als Retourkutsche dann amerikanische Programme und Dienste in China verboten würden, hat den Erpresser Trump wohl einen Rückzieher machen lassen.

Der Autokrat Trump hat es zwar nicht geschafft, TikTok zu einer US-Firma zu machen, aber als Erpresser hatte er zumindest einen kleinen Erfolg:

TikTok wird das geforderte Erpressergeld in Höhe von fünf Milliarden Dollar an einen rechtsradikalen “Bildungsfonds” in Texas überweisen, der das Ziel hat, die historische Bedeutung der Sklaverei in den USA herunterzuspielen und so quasi die Geschichtsbücher zu verfälschen. Vermutlich tragen die Mitarbeiter dieses “Bildungsfonds” spitze, weiße Hüte mit Augenlöchern…

Die Mafia-Verbindungen des Donald Trump

Das war aber auch nicht anders zu erwarten – Trump hat schließlich von den Besten der Besten in Sachen Erpressung und Schutzgeld, der Mafia, gelernt, die jahrelang eine ganze Etage in seinem Trump-Tower gemietet hatte.

Der New Yorker Journalist Wayne Barrett schreibt in seiner Trump-Biografie „Trump: The Greatest Show on Earth“, dass der Trump Tower ein „Monument für die Mafia“ ist. Ohne Trumps enge Kooperation mit der organisierten Kriminalität, hätte der vergoldete Wolkenkratzer an New Yorks feinster Adresse niemals gebaut werden können. Außerdem  gehören prominente Halbweltfiguren zu den ältesten Bewohnern des Turms, der dem legaleren New Yorker Establishment von Anfang an ein Dorn im Auge war.

Als Trumps Palast 1981 fertiggestellt war, standen Kriminelle und Halb-Kriminelle schon regelrecht Schlange, um in den kitschigen Mafia-Tempel einzuziehen, der wohl auch ihrer Vorstellung von schönerem Wohnen entsprach.

So hatte unter anderem auch der Haitianische Diktator Baby Doc Duvalier hier eine Wohnung. Chuck Blazer, der Fifa-Vorstand im Zentrum des globalen Fußballskandals hatte ebenfalls eine Bleibe hier. Deren Nachbar war Felix Sater, Sohn eines russischen Mafioso, der wegen der Teilnahme an einem 40 Millionen Dollar schweren Börsenbetrugs verurteilt wurde…

Bild: Gage Skidmore, CC BY-SA 3.o

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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