To Brexit oder to Bregret – das ist hier die Frage

brexitAuch im Versmaß eines herausragenden Engländers namens Shakespeare bleibt die Frage, die England, Großbritannien, die Europäische Union und sogar die ganze Welt bewegt und die Kurse von Pfund und Aktien flachgelegt hat, unheilsschwanger wie die Vorlage. Wobei Prinz Hamlet ja eigentlich kein Brite war, sondern Däne …

Sitzungsmarathon soll  Kontrollverlust kaschieren

Am heutigen ersten Arbeitstag nach dem überraschenden Ergebnis des Brexit-Referendums trifft sich Kanzlerin Angela Merkel in Berlin mit EU-Ratspräsident Donald Tusk, danach steht ein Treffen mit Frankreichs Präsident François Hollande und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi auf dem Programm.

In Brüssel tagt die EU-Kommission, und auch der amerikanische Außenminister John Kerry stößt dazu, um sich über die offenbar völlig unerwartete Situation zu informieren.

Alle diese Meetings Haben nur einem Zweck: Merkel und Co. wollen vor die Kameras treten, um den Bürgern Resteuropas und insbesondere den Finanzmärkten den falschen Eindruck zu vermitteln, daß sie die Situation unter Kontrolle hätten.

Wie sich jeder, der sich die Hose nicht mit einer Kneifzange anzieht, leicht denken kann, haben sie das natürlich nicht.

Die Lage im Vereinigten Königreich

Das Vereinigte Königreich könnte sich durch das mit vielen Lügen und Unwahrheiten, wie beispielsweise den 350 Millionen Pfund wöchentlich für das Gesundheitssystem, zustande gekommene Ergebnis des Brexit-Referendums leicht zum Königreich England geschrumpft haben – manche sagen, aus Großbritannien würde jetzt vermutlich Kleinbritannien.

Die Schotten sitzen schon an ihrem neuen Referendum zum Austritt aus Großbritannien (Schoxit?), die Nordiren wollen sich von den Briten lossagen und lieber wieder mit der Republik Irland zusammenschließen und Spanien will bei dieser Gelegenheit endlich Gibraltar zurückholen.

Gerade junge Menschen im Königreich sind verzweifelt, denn das Auslandsstudienjahr in Rom oder Paris ist letzten Freitag in unerreichbare Ferne gerückt.

Aber auch die vielen Arbeiter aus Polen, die die Engländer ja vorsätzlich in Massen ins Königreich geholt haben, damit sie die Jobs erledigen, die Engländer nicht machen wollen, bangen um die nächste Zukunft – besonders, wenn sie noch keine 5 Jahre in Großbritannien leben.

Die Gegner formieren sich nach der Schlacht

Wenn der Pulverdampf der Schlacht verraucht ist, ist es in der Regel zu spät, zu sagen, daß man eigentlich gar keinen Krieg will. Das müssen sich insbesondere die jungen Briten ins Poesiealbum schreiben lassen, denn sie wussten ja im Prinzip, worum es bei der Abstimmung letzten Donnerstag ging.

Inzwischen gibt es unter dem Hashtag #Bregret eine Petition für ein neues Referendum, die auch schon mehr als 3,5 Millionen Briten gezeichnet haben. Frei nach dem Motto: Wir haben alle nicht aufgepaßt, worum es geht, und wollen das Referendum wiederholen.

Das britische Pfund hat inzwischen schon 10 Prozent seines Wertes verloren, und fast alle Aktiendepots weisen eine zwiebelledrige Konsistenz auf: Wenn der Eigentümer drauf guckt, treibt es ihm die Tränen ins Gesicht.

Ich befürchte ja schon länger, daß auch nach dem inzwischen schon zweiten erpresserischen Austrittsvotum von Großbritannien irgendwelche Anhänger falscher Harmonien wie Merkel, Hollande oder gar die Rechten in Polen und Ungarn die Lauschepper von der Insel in der EU halten wollen.

Normale Europäer sind nicht deshalb für die EU, weil man da besser zu Lasten anderer Geld verdienen kann, sondern weil kleinere Staaten in der heutigen globalen Wirtschaft im Grunde keine Überlebenschance mehr haben.

Und das erfordert, eine EU-Regierung, deren Beschlüsse nicht von den Regierungschefs der EU-Länder nach Belieben verworfen werden können. Ohne eine europäische Wirtschafts- Sozial- und Außenpolitik (und nenne hier niemand den Namen Mogherini, sonst kriege ich einen Lachanfall) hat Europa wirklich keine Chance mehr.

Gegründet wurde Europa im letzten Jahrhundert von sechs Staaten: Belgien, Niederlande, Luxemburg, Italien, Frankreich und Deutschland. Besser ein gemeinsamer Staat von sechs überzeugten Europäern als eine gegenseitige Abzockerei durch Rosinenpicken von 28 Staaten, die zum Teil die Bezeichnung Europäer einfach nicht verdienen!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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