Türkei klagt Dutzende wegen Vorhersage des Lira-Kurses an

Die türkische Lira bricht immer stärker ein. Weil sie diese Entwicklung vor Jahren vorhergesagt haben sollen, stehen in Istanbul jetzt 38 Angeklagte vor Gericht, zu denen auch Journalisten gehören.

Die Lira verlor weitere 15% innerhalb von nur drei Wochen

Zum Monatswechsel kostete ein Euro noch 11,18 türkische Lira – gerade mal drei Wochen später muss der gebeutelte Türke jetzt schon 12,68 Lira für einen Euro hinblättern.

Und die Schulden in der Mehrzahl der türkischen Haushalte sind fast ausschließlich in Euro oder Dollar, so dass sich die Menschen fragen müssen, wie sie die Zinsen ihrer Kredite für Smartphone,  Fernseher, Auto oder die Hochzeit der Tochter noch irgendwie aufbringen können…

Diese Entwicklung macht nicht nur die Abzahlung von Krediten, sondern auch den Kauf der wichtigsten Grundnahrungsmittel für viele Menschen in der Türkei immer schwieriger, und hinzu kommen noch die wegen weltweiter Knappheit immer mehr ansteigenden Preise für Güter aus dem Ausland.

Das wird auch munter so weitergehen, solange der Islamist, Autokrat und Blindfisch Erdogan weiter das Gegenteil vom Nötigen tut und die Leitzinsen weiter senkt, denn das fördert diese Entwicklung seit Jahren.

Das weiß im Grunde jeder, der schon einmal das Wort „Volkswirtschaft“ gehört hat – nur halt Erdogan nicht, der jetzt den dritten Notenbankchef nacheinander entließ, weil der die Zinsen nicht weiter senken, sondern erhöhen wollte, um gegen die galoppierende Inflation anzukämpfen.

38 Anklagen wegen „provokativer Beiträge“ auf Twitter

Jetzt stehen 38 Personen in Istanbul wegen Twitter vor Gericht: Sie sind  angeklagt, weil sie auf dem Sozialen Netzwerk schon 2018 den Wertverlust der türkischen Lira vorhergesagt hatten. Zu den Angeklagten gehören auch zwei Journalisten…

Vorgeworfen wird ihnen, „provokative Beiträge“ auf Twitter geteilt zu haben, berichtete das Nachrichtenportal T24.

Nach Aussage einer Anwältin sollen sie damals unter anderem einen Wertverfall der Lira zum US-Dollar von sieben auf zehn vorhergesagt haben.

Damit lagen sie völlig richtig, denn inzwischen bekommt man für einen Dollar sogar mehr als elf Lira.

Bisher galten die sozialen Medien als letzter Raum für offene Kritik an Erdogan. Denn der Großteil der türkischen Medien steht unter staatlicher Kontrolle, und viele Journalisten kamen wegen ihrer kritischen Beiträge schon ins Gefängnis.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Türkei klagt Dutzende wegen Vorhersage des Lira-Kurses an

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