Türkei verbietet Zahlungen mit Kryptowährungen

Vor zwei Jahren kostete ein Euro noch 6 türkische Lira, vor einem Jahr musste man schon 7,5 Lira dafür hinlegen, und heute kostet der Euro sogar 9,6 Lira.

Die Lira geht den Bach hinunter, weil Staatschef Erdogan lieber in immer kürzeren Abständen seine Finanzminister feuert (er hat inzwischen schon den 4. verschlissen), als zuzugeben, dass Inflation nicht mit Zinssenkungen bekämpft werden kann.

Der Bitcoin hingegen läuft in die umgekehrte Richtung: Vor zwei Jahren kostete ein Bitcoin nur 5.000 Euro, vor einem Jahr schon  9.000 Euro und heute kostet er satte 60.000 Euro.

Ein Rechenbeispiel: 21 % Verlust mit Lira, 860 % Gewinn mit Bitcoin

Schauen wir nur auf das letzte Jahr: Wer am 15. April 2020 den Gegenwert von 1.000 Euro in Lira hatte, besaß damals 7.500 Lira und hat heute nur noch den Gegenwert von 781 Euro.

Wer aber am 15. April 2020 den Gegenwert von 1.000 Euro in Bitcoin hatte, besaß damals 0,16 Bitcoin und hat heute mit diesen o,16 Bitcoin einen Gegenwert von satten 9.600 Euro.

Wer also in der Lira blieb, verlor in einem Jahr 21,9 Prozent durch Inflation, aber wer vor einem Jahr stattdessen in den Bitcoin ging, hat jetzt einen satten Gewinn von 860 Prozent gemacht!

Wer will es denn angesichts dieser Zahlen den türkischen Bürgern verdenken, wenn diese ihr Geld nicht mehr in Lira, sondern lieber in der Kryptowährung Bitcoin anlegen?

Ja, wer wohl: Der türkische Diktator Recep Tayyip Erdogan.

Türken wollen ihre Fremdwährungen und ihr Gold nicht in Lira tauschen

Nachdem Erdogans Aufforderungen an das türkische Volk, doch sein Euro- oder Dollar-Geld in türkische Lira zu tauschen und auch sein Gold in Lira einzutauschen verständlicherweise nicht wirklich gefruchtet hat, hat der Sultan vom Bosporus jetzt Zahlungen in Digitalwährungen in der Türkei einfach verboten.

Wie aus dem Amtsblatt der Regierung von heute hervorgeht, sind Zahlungen in Kryptowährungen mit Wirkung zum 30. April an nicht mehr erlaubt. Diese Neuregelung verbietet es allen Zahlungsabwicklern, Transfers in Kryptowährungen vorzunehmen. Das Halten von Digitalwährungen scheint von dem Verbot allerdings nicht betroffen zu sein.

Auf ihrer Internetseite begründet die Zentralbank der Türkei das Verbot mit „signifikanten Risiken“, die mit Kryptowährungen einhergingen. Dazu zählt die Notenbank unter anderem eine fehlende Regulierung und Aufsicht, die häufig starken Kursschwankungen und last not least die Möglichkeit der „Verwendung für illegale Zwecke“.

Bild: Recep Tayyip Erdogan, CC BY-SA 2.0, Prime Minister Office

Über Klaus

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