United Internet wird der vierte deutsche 5G-Anbieter

United Internet: Ein wichtiges Signal für mehr Wettbewerb?

Der Big Player auf dem deutschen Internet-Markt, zu dem auch Marken wie 1&1, Web.de und GMX gehören, der Konzern United Internet aus Montabaus, begrüßte es in einer gestrigen Pressemitteilung, dass die Zulassung von nationalem Roaming und Vermietung durch die EU jetzt einen vierten 5G-Anbieter in Deutschland ermöglicht.

Parlament, Rat und Kommission der EU haben am vorgestern einen Kompromiss zur Anpassung des EU-Telekommunikationsrechts erreicht. Demnach sollen die nationalen Regulierungsbehörden bei der Frequenzvergabe einen effektiven Wettbewerb in ihren Ländern fördern.

Mit Mietnetzen und Zwangsroaming zum 5G-Mobilfunkprovider?

Zu diesem Zweck könn(t)en die Regulierer diverse Auflagen anordnen, besonders auch die Verpflichtung zur Vermietung von Netzen an Anbieter ohne eigene Frequenzen (also an Wettbewerber!) und das Nationale Roaming zwischen den Mobilfunk-Netzbetreibern.

United-Internet-Chef Ralph Dommermuth freut sich: „Die Neuregelung ist ein wichtiges Signal für die Versteigerung der 5G-Frequenzen in Deutschland im Frühjahr 2019. Die EU macht damit den Weg frei für National Roaming, ohne dass in Deutschland kein vierter Netzbetreiber entstehen kann.“ Damit werde es in Zukunft mehr Wettbewerb geben.

Der formale Beschluss kommt noch in diesem Jahr

Nach jahrelangen Debatten werde der formale Beschluss dazu jetzt voraussichtlich im Herbst auf EU-Ebene gefasst werden. Dann müssten die neuen Regeln in Deutschland auch umgesetzt und und dann auch erstmals bei der anstehenden Ausschreibung der 5G-Frequenzen für den aktuellsten Mobilfunk-Standard berücksichtigt werden, schaut der Firmenchef in die Glaskugel.

Man sollte aber nie vergessen dass ein Drittel des größten Konkurrenten, der Deutschen Telekom, dem Bund gehört – da könnten Politiker auch unerwartet anders handeln, besonders, wenn sie gut geschmiert werden.

Mit der Übernahme von Drillisch wurde United Internet zum Big Player

Durch die Übernahme des Mobilfunkproviders Drillisch für über zwei Milliarden Euro hat United Internet garantierten Zugriff auf bis zu 30 Prozent der Kapazität der Mobilfunknetze von O2 und E-Plus.

Jetzt habe man habe die Option, Full MVNO (Mobile Virtual Network Operator) oder sogar MNO (Mobile Network Operator) zu werden.

Aber auch Konkurrent Telefónica Deutschland plant einen späten 5G-Ausbau, weshalb United Internet unter Druck steht, Zugriff auf 5G-Netze durch eigenen Ausbau zu bekommen.

Gewinne gehen an United Internet und die Kosten zahlen die Gemeinden?

Das darf dann aber nicht zu viel kosten: Dommermuth erklärte dazu schon, den 5G-Ausbau durch eine Kooperation mit Gemeinden und anderen Dienstleistern vorantreiben zu wollen. Bei einem solchen gemeinsamen Investitionsmodell könnten die Städte und Kommunen die Flächen für die Antennen zur Verfügung stellen, Dienstleister die Technik aufbauen und 1&1 das Netz betreiben, das der Provider auch anderen zur Verfügung stellen würde.

Nach meiner Erfahrung neigen Politiker zwar schon dazu, Unternehmen derartig unter die Arme zu greifen. Die Unternehmen müssten dann aber schon „Deutsche Telekom“ heißen und zu einem Drittel im Staatseigentum stehen…

Foto: United Internet in Montabaur, Wolkenkratzer, CC BY-SA 4.0

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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