Verlogenes Statement des scheidenden Ober-Telekomikers

Eigentlich interessierte es mich kaum, dass die Deutsche Telekom jetzt auch 1 GBit-Glasfaseranbindungen liefern kann – sie tut es ja doch so gut wie gar nicht, weil sie lieber die ihre Konkurrenz ausschließenden Vectoring-Kupferanschlüsse verkauft.

Echte Glasfaserfirmen konnten das eher und preisgünstiger

Diesen Tarif Magenta Zuhause Giga mit 1 GBit/s bietet die Deutsche Telekom für die (wenigen) Kunden an, die mit FTTH versorgt sind, gab Niek Jan van Damme, Boss der Telekom Deutschland, heute bekannt. Der Tarif kostet 119,95 Euro im Monat, der Upload liegt bei bis zu 500 MBit/s.

Genau das bieten die echten Glasfaser-Firmen schon länger und preisgünstiger für alle ihre Kunden an. Bei der Deutschen Glasfaser gibt es ein Gigabit pro Sekunde beispielsweise schon für 104 Euro pro Monat – also 15 Euro billiger.

Telekom-Chef lügt wie gedruckt

Was aber wirklich bei den diversen Publikationen zum neuen Telekom-Angebot auffällt, ist der Hinweis, dass her van Damme weiter die Lüge verbreitet, dass Vectoring „auch Glasfaser“ sei.

Bei der IFA konnte er sich wieder nicht verkneifen zu sagen: „Es geht nicht nur um FTTH, auch Vectoring ist Glasfaser. Die Möglichkeiten von Kupfer sind noch immer nicht ausgeschöpft.“

Bandbreitenlügen sind alte Firmentradition seit Post-Zeiten

Das sind die gleichen Leute, die früher als „der Gilb“ bekannt waren und dem „normalen Volk“ erzählten, über Kupferkabel könne man Daten maximal mit 300 Bit pro Sekunde ( das sind nur lächerliche 0,0003 MBit/s) übertragen. Wer das glaubte, musste in den frühen 80er Jahren bei der Telekom gegen Monatsmiete ein FTZ-geprüftes 300-Baud-Modem beschaffen und die Bits (nicht die Bytes!) einzeln mit Handschlag begrüßen.

Verantwortlich für moderne Netzwerkanwendungen beschafften sich seinerzeit Modems von U.S.Robotics und anderen ausländischen Herstellern, die bis zu 57.000 Bit pro Sekunde beherrschten – mit 0,057 MBit/s immerhin ungefähr das 200fache des laut Post angeblich maximal Möglichen – und damit illegal, aber hoch funktionell waren.

Das eigene Schema der Telekom im obigen Artikelbild zeigt auch deutlich, dass der Weg ins Haus beim Vectoring nur über Kupferkabel geht – eine klare Mogelpackung, die aber für die Telekomiker den Vorteil hat, dass Wettbewerber bei einem solchen Vectoring-Schaltkasten außen vor sind!

Dankschreiben bitte direkt an Angela Merkel – Alexander Dobrindt braucht zuviel Zeit zum Lesen…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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