Virtuelle Geldbörse Parity friert Millionen ein

Nach dem Bug im Sommer 2017 ist in der Kryptogeldbörse Parity schon wieder ein schwerwiegender Programmierfehler aufgetreten. Alle Ether-Einheiten in Multi-Signatur-Wallets, die seit dem 20. Juli 2017 mit dem Programm erzeugt wurden, lassen sich nach Mitteilung von Parity Technologies zurzeit nicht mehr transferieren.

Kohle im Permafrost

Multi-Signatur bezeichnet das Feature der Wallet, dass jede Transaktion durch mehrere Parteien bestätigt werden muss, was durch Signatur mit ihren jeweiligen privaten Schlüsseln geschieht.

Das Problem dabei ist, dass die Multi-Signatur-Funktionalität der Anwendung der Mitteilung nach von einer Code-Bibliothek abhängt, die selbst als Multi-Signatur-Kontrakt auf der Ethereum-Blockchain abgelegt wurde.

Durch schlampige Umsetzung war es aber möglich, dass auch Unbefugte ohne größeren Aufwand die Kontrolle über genau diesen Kontrakt ergreifen. Man konnte diesen Smart Contract wohl in eine normale Multig-Sig-Wallet umwandeln und sich dann selbst zu deren Besitzer ernennen.

Ein Nutzer hat dies angeblich unabsichtlich auch gemacht und dann eine sogenannte Suicide-Funktion ausgelöst, also die Selbstlöschung des kompletten Vertrags inklusive Code-Bibliothek. Jetzt funktionieren alle mit Parity erzeugten Multi-Signatur-Wallets auch nicht mehr richtig.

Es geht um die Kleinigkeit von 126 Millionen Euro

Nach den kursierenden Schätzungen liegt eine halbe Million Ether quasi eingefroren in den betroffenen Wallets, was beim aktuellen Etherkurs umgerechnet mehr als 126 Millionen Euro sind.

Zu den Betroffenen gehört auch das Ethereum-Projekt Polkadot. Nach einem Bericht von Techcrunch sind ca. 60 Prozent der kürzlich bei einem Initial Coin Offering eingenommenen 429.000 Ether in einer Multi-Sig-Wallet eingefroren.

Auf Reddit diskutiert die Community jetzt, ob ein Hard Fork der Ethereum-Blockchain helfen könnte.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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