Vorsicht bei Office-Lizenzkeys unter 10 Euro

Im Grunde hat sich Microsoft mit seinem neuen Abo-Modell auch in Europa durchgesetzt, obwohl schon im letzten Jahrhundert nahezu alle Urteile zum Thema Standardsoftware wie beispielsweise die UsedSoft-Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Jahr 2012 zum Handel mit Software-Lizenzen für die Verkäufer von Lizenzkeys und gegen den Software-Riesen liefen.

Die normative Kraft des Faktischen

Bei einer Regierung, für die das inzwischen seit 3o Jahren für alle offene Internet immer noch unter „Neuland“ läuft, war das auch nicht anders zu erwarten. Sowohl die deutsche Regierung als auch die der EU hat trotz immer noch gültiger Urteile, dass man Standard-Software nicht nur kaufen, sondern auch wieder verkaufen darf, wenn man sie nicht mehr braucht, sein Lizenzmodell, nach dem man kein Standardprogramm, das auch Millionen andere nutzen, kauft, sondern nur die Nutzungsrechte dazu.

Dabei kann man dann ja seine „Kunden“ für die ohne nennenswerte Kosten für den Hersteller kopierbaren Programme wie Office 365 immer wieder neu für die „Softwarenutzung“ zur Kasse gebeten werden.

Zum Dank für das Entgegenkommen der Politik zahlen US-Konzerne wie Microsoft dann auch so gut wie keine Steuern in den Ländern, in denen sie ihre Standardprogramme zu Millionen absetzen. Danke, Frau Merkel!

Lizenz zum Gelddrucken: Statt nur einmal immer wieder neu abkassieren

Seit der Einführung von Office 2016 vor knapp vier Jahren setzt Microsoft auch für alle Privatanwender auf ein Abo-Modell. Anstelle des Kaufes einer Dauerlizenz von Office 2016 sollen auch Privatleute, die gelegentlich Briefe und Texte verfassen, per Tabellenkalkulation Excel ihre Stromkosten berechnen oder Outlook als Email-Programm nutzen, jedes Jahr erneut Geld für die Nutzung der Office-Suite berappen.

Durch regelmäßige Funktionsupdates und die Möglichkeit, die im Grunde nur noch gemietete Software auf bis zu 6 PCs desselben Haushalts installieren zu dürfen, versucht Microsoft, seinen Kunden diese Abzocke schmackhaft zu machen. Dabei kosten dann die Home-Version von Office 2016 mit Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Publisher und Access für den nicht-kommerziellen Einsatz jedes Jahr erneut wieder 80 Euro.

Für alle, die sich mit einem Abo-Modell nicht anfreunden wollen, bietet Microsoft auch immer noch zwei Versionen als Dauerlizenz an: Das aktuelle Office 2019 Home & Student mit Word, Excel und PowerPoint für 149 Euro und Office 2019 Home & Business für 299 Euro.

Bei manchen Anbietern erhält man diese Software günstiger, für die Home-&-Student-Version muss man aber auch dort noch mit deutlich mehr als 100 Euro und für die Home-&-Business-Version sogar mit rund 230 Euro rechnen.

Die Alternative: Keys aus dem Internet kaufen

Auf allen Internet-Marktplätzen findet man immer wieder Angebote, die nur einen Bruchteil des offiziellen Preises verlangen. Auf eBay gibt es beispielsweise Microsoft Office 2016 Professional Plus mit Word, Excel, PowerPoint, Outlook, OneNote, Publisher und Access zum Hammerpreis von nur 2,18 Euro!

Auch die meisten anderen Angebote für das Microsoft-Büropaket liegen deutlich unter 10 Euro. Die Verkäufer versprechen dabei, innerhalb eines Tages (oder sogar innerhalb weniger Minuten) einen Downloadlink samt Produktschlüssel (Key) zum Freischalten per Email zu versenden. Die Anbieter solcher Billig-Keys haben ihren Firmensitz meist im Ausland, die meisten in Polen, Großbritannien oder Italien.

Billige Microsoft-Office-Keys

In der Regel vermeiden die meisten Anbieter in den Beschreibungen das Wort „Lizenz“, normalerweise ist nur von Produktschlüsseln oder Keys die Rede, die der Kunde erhält. Eigentlich besitzt er also keine gültige Lizenz und könnte sie im Notfall auch nur schwer nachweisen.

Trotzdem klappt aber das Aktivieren der heruntergeladenen Office-Software in den meisten Fällen, und es ist in den letzten Jahren auch kein einziger Fall bekannt geworden, in dem Privatkunden strafrechtlich verfolgt wurden.

Es kommt allerdings gelegentlich vor, dass ein Schlüssel bei Microsoft schon negativ aufgefallen ist, weil er zum Beispiel häufiger als erlaubt für Freischaltungen benutzt wurde.

Dann hilft dann auch die Aktivierung per Telefon nicht wirklich weiter. Es bleibt nur noch die Option, beim Verkäufer des Keys dann einen neuen anzufordern – wenn der überhaupt noch erreichbar ist und auf E-Mail-Anfragen reagiert.

Probleme können aber auch deutlich später auftreten, denn Microsoft deaktiviert unter Umständen Office-Installationen auch noch nachträglich, wenn sie mit solchen dubiosen Keys freigeschaltet wurden. Und dann lassen sich Word, Excel, Outlook und Co. plötzlich nicht mehr nutzen.

Letzte Rettung: Key-Generator aus der Cracker-Szene

Als allerletzte Rettung gibt es dann nur noch sogenannte „Key-Generatoren“ aus der Hacker-Szene, womit man dann aber ganz sicher im illegalen Bereich dieses Geschäfts angekommen ist.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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