Vorsicht: Spionage-Apps auf dem Smartphone

Hier geht es weniger um die Spionage-Apps von Google, die aktuell in aller Munde sind, weil der Suchmaschinenriese Standortdaten auch dann erfasst und speichert, wenn man als Benutzer die Funktion abschaltet. Das ist Datendiebstahl mit dem Recht desjenigen, der es kann.

Der aktuell aktivste Smartphone-Spion und Datendieb ist Google

Das passiert sowohl bei Android-Smartphones aller Hersteller als auch bei iPhones von Apple, und in den USA wurde gerade die erste Klage eingereicht, die jetzt zu einer Sammelklage erweitert werden soll.

Auch Behörden haben Überwachung und Datenklau für sich entdeckt

Deutsche Politiker und Datenschützer zeigen bisher keine Reaktion. Kein Wunder, denn gestern musste die FDP Klage einreichen, um das nach einem BGH-Urteil verbotene Aufspielen von Staatstrojanern bei kleinsten Vergehen zu beenden.

Die deutsche Politik gehört also auch zu den Spitzeln, was bei einer Kanzlerin, die als Parteifunktionärin des Horch- und Guck-Staates die Leitung der Abteilung für „Agitation und Propaganda“ innehatte. Aber auch um diese institutionellen Datendiebe, die glauben, über dem Recht zu stehen, geht es hier nicht.

Smartphone-Spionage-Apps für jedermann

Ich spreche von kleinen Apps für die Handys, mit denen der Benutzer auf Schritt und Tritt überwacht werden kann, ohne davon zu wissen.

Das ist ein tiefer Einschnitt in die Rechte der Betroffenen, auch wenn immer wieder das Beispiel von Eltern herangezogen wird, die sich „ja nur“ um ihre Kinder sorgen und deshalb jederzeit wissen wollen, wo der Nachwuchs steckt.

Von drahtlosen Stalkern, die ihre Freundin so überwachen, Scheidungswilligen auf Beweissuche, Chefs, die gerne wissen wollen, wie lange ihre Angestellten auf dem Klo brauchen und last not least von Dieben, die wissen wollen, wann die Luft für den großen Coup rein ist (Tresorcode wird über die Kamera gleich mitgeliefert) sprechen die Hersteller der meist illegalen Apps lieber nicht.

Dann hat sich nämlich erfahrungsgemäß plötzlich jedes Verständnis für solche Methoden in Luft aufgelöst – und die Kunden sind schnell vergrault.

Das Angebot ist nahezu umfassend

Die Anbieter von derartigen Spionage-Apps für Smartphones geben eifersüchtigen Stalkern, Helikoptereltern und kontrollgeilen Arbeitgebern mit ihren Spitzel-Apps Werkzeuge an die Hand, um Standortdaten, Chat-Verläufe, Fotos, Gespräche und vieles mehr in Echtzeit überwachen zu können.

Der Einsatz von derartigen Apps wie beispielsweise FlexiSpy, mSpy und andere ist zwar in Deutschland in aller Regel verboten, aber das interessiert viele der zahlenden Kunden nicht die Bohne.

Beispiel FlexiSpy aus von Vervata aus Thailand

Der thailändische App-Anbieter Vervata wirbt mit Sprüchen wie „lautlos alle Unterhaltungen, Standorte, und Nutzerverhalten eines Smartphones überwachen“ für sein bedienungsfreundliches Handy-Trojaner-Set FlexiSpy. Und ein aussagekräftiges Bild sagt mehr als tausend Worte:

Für schlaffe 150 Euro kann man bei einen Smartphone-Benutzer drei Monate lang Standortdaten, Chat-Verläufe, Fotos, Gespräche und vieles mehr in Echtzeit abgreifen – selbstverständlich gibt es die Spionagesoftware für die beiden großen Betriebssysteme Android und iOS.

In diesem und dem letzten Jahr geleakte Kundendaten von Vervata, die dem Online-Magazin Vice zugespielt wurden, zeigten, dass schon über tausend Deutsche FlexiSpy für die illegale Überwachung von Dritten einsetzen, frei nach dem Motto: „Hundert Prozent Erfolg – Übermorgen reiche ich die Scheidung ein!“

Diese Zahlen sind zwar auf den ersten Blick nicht besonders hoch, aber inzwischen hat FlexiSpy hat schon sehr viele Wettbewerber mit ähnlichen Lösungen. Der populärste Konkurrent ist dabei die App mSpy des US-amerikanischen Herstellers My Spy.

Screenshot: FlexiSpy

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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