Warum Politiker und Bänker Bitcoins verteufeln

Vertreter des betrügerischen weltweiten Finanzsystems, bei dem Menge und Wert des Geldes und auch die Höhe der Zinsen letztlich über die Zentralbanken der Herausgeber der Währungen gesteuert werden, lassen keine Woche aus, um eindringlich vor den „Gefahren“ durch ihren größten Konkurrenten, das virtuelle oder Cybergeld zu warnen – das lockt schon lange keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor.

Diesmal warnen die Verbraucherzentralen vor Kryptogeld-Angeboten

Zum Auftakt dieser Woche sind es die Verbraucherzentralen, die vor „dubiosen Anbietern“ von Kryptowährungen warnen, welche den Verbraucherschützern zufolge versuchen, in sozialen Medien zunehmend junge Anleger zu ködern.

„Sie locken offenbar gezielt jüngere Verbraucher, zum Beispiel mit einem vielversprechenden Investment rund um die neuen Kryptowährungen“, erläuterte Wolf Brandes von der Verbraucherzentrale Hessen. Hinter den Angeboten dürften oft verbotene Schneeballsysteme stecken, „oder das investierte Geld ist am Ende einfach weg und der Anbieter nicht mehr erreichbar“.

Die Angst der Notenbanken vor dem Kontrollverlust

Eigentlich machen Anbieter von Kryptowährungen ja auf dem grauen Kapitalmarkt nichts anderes als die Anbieter von auf „normalen“ Produkten auf diesem Markt, die ja auch immer wieder bei ntv und anderen Sprachrohren des ungehemmten Raubtierkapitalismus beworben werden – bis die Anbieter in Konkurs gehen und die geprellten Anlieger das Nachsehen haben.

Unreguliert, aber noch legal

In der Wikipedia liest man dazu: „Der Graue Kapitalmarkt ist der unregulierte, aber noch legale Teil des Kapitalmarkts. Er steht nicht unter staatlicher Aufsicht. Dort tätige Unternehmen benötigen insbesondere keine Erlaubnis der BaFin und müssen keine bis wenige gesetzliche Vorgaben erfüllen.“

Da stellt sich doch die Frage, warum für euro- und dollarbasierte Angebote massiv geworben wird, aber Kryptowährungen regelrecht verteufelt werden.

Dahinter steht nicht etwa die Sorge, sich unethisch zu verhalten (schließlich verbieten ja die heiligen Bücher der Juden, Christen und Muslime, Zinsen für ausgeliehenes Geld zu verlangen), sondern die nackte Angst, dass es eine Sorte Geld gibt, die von den staatlichen „Währungshütern“ auf keine Weise kontrolliert werden kann – und dass die Akzeptanz für Kryptogeld steigt, je mehr die Notenbanken ihre Währungen und damit die Besitzer dieses „staatlichen“ Geldes vergewaltigen.

Auch deutsche Sparer stecken dank EZB-Chef Mario Draghi – nicht zufällig ein Italiener- seit Jahren in der Zinsfalle und müssen ihren Hausbanken inzwischen schon Zinsen dafür bezahlen, dass diese mit dem von ihren Kunden geliehenen Geld die Börsenkurse in völlig unangemessene Höhen treiben.

Der DAX, der heute vorbörslich bei bei 11.557 Zählern steht, ist im Grunde ein Lügenbarometer, getrieben vom herumvagabundierenden Geld aus den Notenpressen der Nationalstaaten, mit dem man in diesen Zeiten mit ihren Negativzinsen nur noch an den Börsen der Welt durch Spekulation „Gewinne“ machen kann. Selbst mit einem Stand des wichtigsten deutschen Index von 3.000 Zählern wären die maroden und rückwärtsgewandten Unternehmen, die letztlich dahinter stehen, noch überbewertet.

Die Bafin beschreibt verdächtige Angebote auf dem grauen Kapitalmarkt

Laut Bafin erkennt man die gefährlichen Angebote auf dem grauen Kapitalmarkt nicht etwa daran, dass Kryptogeld im Spiel ist, sondern daran, dass

  • Anbieter mit hohen Zinsen oder Renditen über dem allgemeinen Marktniveau locken,
  • mit der vermeintlichen Sicherheit der Kapitalanlage geworben wird,
  • Anbieter vorgeben, in gleicher Weise wie institutionelle Anleger zweistellige Renditen erzielen zu können,
  • Anlageentscheidungen durch positiv besetzte oder ethisch korrekte Investitionsobjekte beeinflusst werden sollen oder
  • Anleger ihre bisherigen Anlagen auflösen und aus vermeintlichen Sicherheits- oder Renditegründen neu investieren sollen.

Die Aufsichtsbehörde wird sogar noch konkreter und listet einige der von den Anbietern zum Schröpfen der Kundschaft erfundenen Anlagemöglichkeiten:

  • Unternehmensbeteiligungen
  • Genussrechte und andere hybride Anleiheformen
  • Orderschuldverschreibungen
  • Crowdfunding
  • Darlehen mit Nachrangabrede (oft nur im Kleingedruckten erkennbar)
  • Direktinvestments, etwa in Holz, Edelmetalle, Minen oder Tiere
  • Gold- oder Edelmetallsparpläne
  • Kauf-und-Rückvermietungs-Verträge (Sale-and-Lease-Back).

Einen Hinweis auf Geschäfte mit Kryptowährungen findet man darunter aber nicht…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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