Was hat die E-Post mit toten Pferden zu tun?

IndianerMailWas hat die E-Post mit toten Pferden zu tun? Bis vor einer Stunde dachte ich noch: gar nichts!

Zu dem Zeitpunkt las ich gerade eine Nachricht von Heise mit der Überschrift „Postbank setzt auf E-Post„. Ein kurzer Anreißer lautete:

Die Postbank setzt auf den E-Postbrief der Deutschen Post als sicheren Kommunikationskanal zur Übertragung von Kontoauszügen und Kundeninformationen. Wie die Postbank in einer Mitteilung erklärt, können Kunden mit einem existierenden E-Postbrief-Konto ab sofort die Bank unter direkt@postbank.epost.de erreichen. Wer kein E-Postbrief-Konto besitzt, kann unter www.epost.de/postbank ein solches Mailkonto bestellen und bekommt eine Gutschrift von 20 kostenlosen E-Postbriefen.

Weiter liest man dort: „Die Kooperation von Postbank und Deutscher Post soll dem E-Postbrief Auftrieb verleihen. Er wird ähnlich wie das Konkurrenz-System De-Mail von Kunden nur zögerlich angenommen.

Naja – wer den Wunsch hat, Geld für eine Leistung zu bezahlen, die nicht zu mehr, sondern zu weniger Sicherheit und ansonsten nur zu mehr Postbank-Spam im Eingangsordner des Mailprogramms führt, soll das doch tun.

Besonders viele haben es allerdings bisher nicht gemacht. So viele Dumme, wie die Anbieter dieser Pseudo-Safe-Email-Varianten von E-Post bis DE-Mail gehofft haben, konnten wohl nicht gefunden werden.

Das ist auch alles sattsam bekannt – man muss sich fragen, warum die ihr totes Pferd nicht endlich zum Abdecker bringen. Es sollen die Dakota-Indianer gewesen sein, die sagten: „Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.

In den Kommentaren zu diesem E-Post-Artikel kann man empfohlene Verhaltensweisen nachlesen, die sich an den Strategien des modernen Mangements orientieren:

Man besorgt eine stärkere Peitsche.
Man wechselt den Reiter.
Man sagt: „So haben wir das Pferd doch immer geritten. Warum klappt das nicht mehr?“
Man gründet eine Projektgruppe, um zu analysieren, was mit dem toten Pferd los ist.
Man besucht andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
Man erhöht die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
Man schiebt eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
Man stellt Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
Man ändert die Kriterien, die festlegen, wann ein Pferd tot ist.
Man kauft Leute von außerhalb ein, damit sie das tote Pferd reiten.
Man schirrt mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
Man macht eine Studie, um zu sehen, ob das Pferd wirklich tot ist.
Man kauft etwas, das tote Pferde schneller laufen lässt.
Man erklärt: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten könnte!“
Man macht zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des toten Pferdes zu erhöhen.
Man richtet eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
Man überarbeitet die Leistungsbedingungen für tote Pferde.
Man erklärt, dass ein Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist.
Man strukturiert um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
Man präsentiert PowerPoint-Folien was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
Man bringt das tote Pferd unter einem zugkräftigen Namen an die Börse.
Man stellt fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklärt das zum Normalzustand.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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