Was zum Teufel ist eigentlich ein SPAC?

Ich falle heute mal direkt mit der Tür ins Haus: Der Begriff SPAC ist eine Abkürzung für „Special Purpose Acquisition Company (Akquisitionszweckunternehmen)“. Das ist zwar durchaus nichts Neues, aber bis Ende des Jahres 2019 wurde das Konstrukt nur sehr selten benutzt.

Die Entwicklung des Hypes um die leeren Mäntel in den USA

Im vorigen Jahr gab es allerdings schon fast 250 SPAC-Börsengänge, und im aktuellen Jahr 2021 waren es schon in den ersten beiden Monaten bis heute 70 SPACs, berichtet SPACInsider.

Nach diesem Bericht haben SPACs in diesem Jahr schon mehr als 44 Milliarden US-Dollar für 144 Deals eingesammelt. Allein in den ersten sechs Wochen des Jahres 2021 gab es in den USA schon halb so viel SPACs wie im gesamten Vorjahr. Die 250 Börsengänge aus dem Vorjahr haben aktuell einen Börsenwert von rund 80 Milliarden US-Dollar.

Wie ein SPAC funktioniert

Aber was ist so ein SPAC jetzt eigentlich genau? Um ein SPAC in den USA aufzubauen, sammeln Investoren Geld für ein Mantel-Unternehmen ohne Geschäftsbetrieb. Das SPAC geht dann an die Börse, meistens für einen Preis von 10 US-Dollar pro Aktie, und beginnt dann mit der Suche nach einem oder mehreren Unternehmen, um die innere Leere des SPAC damit aufzufüllen.

Man kennt Ähnliches ja auch von einfachen GmbHs, wo es sich auch besser rechnet, einen leeren GmbH-Mantel für ein neues Unternehmen am Markt zu kaufen, als eine komplette Neugründung mit dem entsprechenden Aufwand an Arbeitszeit, Notar- und Gerichtskosten, denn diese Mäntel werden für deutlich kleineres Geld gehandelt – bis hin zum berüchtigten einen Euro.

Der deutsche 275-Millionen-SPAC von Montag

Inzwischen sind SPACs auch wieder zurück auf dem deutschen Parkett. Am Montagmorgen startete in Frankfurt der Börsengang der Firma Lakestar Spac I. Der SPAC kann sich jetzt mit einem Kapitalpolster von 275 Millionen Euro auf die Suche nach jungen Tech-Unternehmen begeben.

Youtube-Video „SPAC-Dream“ befeuert den US-Hype

Das Artikelvideo stammt von dem Amateurinvestor Cassius Cuvée aus Oakland in Kalifornien. Er veröffentlichte Anfang dieses Monats auf Youtube sein Musikvideo über seine eigenen Erfahrungen mit der Investition in Special Purpose Acquisition Companies (SPACs). Das Video trägt den Titel „SPAC Dream“ und hat schon über 120.000 Aufrufe. „Ich bin wie ein SPAC – was zum Teufel ist das? Du steigst im Erdgeschoss ein“, heißt es in dem Rap.

Cuvée, dessen SPAC-Bestände sich seit September von 250.000 US-Dollar angeblich verdoppelt haben sollen, hat als Autodidakt auf Twitter gelernt: „Im Grunde genommen habe ich meine gesamte Ausbildung auf Twitter erhalten.“

Trotz dieser theoretisch eher schwachen Grundlage hat der bekannte Hedgefonds-Manager William Ackman, der 2020 dan größten SPAC aller Zeiten erstellt hat, vor Kurzem einen Link zu diesem Video getwittert und seine Follower dazu aufgerufen, sich das anzusehen…

Zum Video „SPAC Dream“

Leider braucht man neben guten Ohren auch relativ gute Englischkenntnisse, um dem Text des Raps folgen zu können. Mein Tipp dazu: Zwei- oder dreimal anhören, bis die dicke blonde Frau singt… 👌

Video: Cassius Cuvée, YouTube

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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