Wenn Engel in die Geschichte eintreten, werden sie Maschinen sein.

Dieser Spruch von den Engeln in Maschinengestalt stammt aus der Welt des Perry Rhodan – einer Groschenheftserie, die seit 1961 Woche für Woche den Weg der Menschheit zu den Sternen beleuchtet.

Das sind bisher immerhin 2.994 wöchentlich erschienene Romane vom inzwischen unsterblichen „Erben des Universums“ Perry Rhodan – und die größte Science Fiction-Serie steht kurz vor dem Jubiläumsband 3.000.

Den ersten Band habe ich mir 1961 mit 13 Jahren in der Buchhandlung Wienczek direkt an der Annaschule in Haltern gekauft und dann verschlungen.

Nach 50 Jahren kam der Verfall

Fast 60 Jahre lang waren die utopischen Romane Begleiter meines Lebens, in denen zwar von den Autoren dem Seriencharakter entsprechend immer mal wieder die Erde oder das ganze Sonnensystem, manchmal sogar die gesamte Milchstraße in bedrohliche Lagen geschrieben wurden (wer 60 Jahre überdauern will, braucht Spannung), aber der Erbe des Universums schafft es immer wieder, sich erfolgreich den Bedrohungen unseres Heimatsystems entgegenzustellen.

Nach ungefähr 50 Jahren mit intergalaktischen Geschichten einer positiven Utopie brachte das aktuelle Team der Exposée-Autoren (vulgo: Expokraten) Wim Vandemaan und Christian Montillon für viele sogenannte „Altleser“ wie mich das gefühlte Ende der Serie.

Expokraten ersetzten das Perryversum durch eine schlechte Kopie

Die beiden Expokraten sind im normalen Leben Lehrer und haben in den letzten Jahren durch eine wahnwitzige Gigantomanie gepaart mit passenden „Zauberstäben“, wann immer man sie braucht, nicht nur aus dem PR-Universum eine Art „Multiversum in der Nußschale“ herbeifabuliert, sondern dieses dann auch noch von einem Ort jenseits der Zeit aus, den „Jenzeitigen Landen“, „geschert“, sprich: eine Kopie des gesamten Multiversums erzeugt, in dem jetzt die aktuelle Handlung spielt. So macht man aus Science Fiction reine Fantasy…

Neustart mit einem Multiversum der Beliebigkeit

Aufgeworfene Fragen werden dort seit Jahren nicht mehr wirklich geklärt, wichtige Handlungsfäden, wenn überhaupt, erst nach mehreren Echtzeit-Jahren wieder aufgegriffen, und das „Perryversum“ ist inzwischen zu einer schlechten Kopie des Originals platt geschrieben, die sich insbesondere durch ihre maximale Beliebigkeit auszeichnet.

Auch im „echten“ Perryversum gab es in den ersten 50 Jahren Höhen und Tiefen, aber der Neustart in einer „gescherten“ Kopie des Originals hat viele der treuesten Altleser dermaßen vor den Kopf gestoßen, dass sie ihre bis vor 1-2 Handvoll Jahren liebste Freizeitbeschäftigung schon aufgegeben haben, weil sie sich in der neuen Welt der Beliebigkeit, die inzwischen daherkommt wie eine Fantasy-Soap aus den USA, mit ihren 50 Jahren PR-Prägung einfach nicht mehr wiederfinden.

Schade drum…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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