Wenn sich Opas um Digitalisierung kümmern…

…dann weißt du, dass du verloren hast!

Ein Artikel bei Heise informiert die Leser über die Vorstellungen, mit denen Friedrich Merz sich als als neuer CDU-Vorsitzender profilieren möchte.

Der bisherige Mitarbeiter im Aufsichtsrat der Heuschrecke BlackRock glaubt, dass die Politik und das Recht in Deutschland „viel zu viel auf den individuellen Datenschutz ausgerichtet“ sind. Das beklagte Friedrich Merz in einer gestern veröffentlichten Gesprächsrunde mit dem Verein C-Netz, der CDU und CSU nahesteht.

So komme es auch, dass die Corona-Warn-App der Bundesregierung „wirkungslos“ sei: Sie registriere nur, wer sich mit dem Virus infiziert habe, erlaube eine „Nachverfolgung“ der Betroffenen aber nicht, beklagte der frühere Blackrock-Aufsichtsratsvorsitzende in Deutschland.

Ein solches Tracking sei einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren im Kampf gegen Covid-19 in asiatischen Ländern wie Südkorea und Japan, meinte Merz in dem rund einstündigen Videotalk.

Die Kommentare dazu bringen es auf den Punkt:

„Japan, Südkorea: Der Mann redet Unsinn

In Japan hatte die App am Anfang noch mehr Probleme als bei uns. Installiert wurde sie auch nur wenig und Meldungen kamen in den ersten Wochen im einstelligen Bereich. Seither habe ich nichts mehr davon gehört.

Südkorea macht Kontakte durch Leute die von Haus zu Haus gehen und Detektivarbeit leisten ausfindig. Über einen Beitrag dabei durch eine App habe ich nie was gehört.

Was man auch von dort hört, ist die Meinung, daß, wenn überhaupt, so eine App nur dann Sinn macht, wenn es nur einige Cluster gibt. Bei einer weiten Verbreitung des Virus in der Bevölkerung, bringt Kontaktverfolgung wenig.

Singapur setzt sehr auf die App. Der Stadtstaat wird aber autoritär regiert. Daß die Daten der App auch von der Polizei genutzt werden, ist seit letzter Woche offiziell bekannt. Dort herrscht App-Pflicht und das ergänzt die Überwachung durch Gesichtserkennung.

China benutzt meines Wissens keine App. Betroffene Städte werden abgeriegelt und die Leute müssen zu Hause bleiben, bis jeder getestet ist. Das ist aufwendig, aber wohl wirksam.

Es ist immer wieder peinlich, wenn Politiker ihre Argumente mit Aussagen über ferne Länder untermauern wollen, in der Hoffnung, daß der Wähler über die Länder nicht Bescheid weiß. Besonders peinlich ist, wenn die Argumente frei erfunden sind oder auf irgendwelchen Gerüchten beruhen.“

Hier noch ein weiterer deutlicher Kommentar zu den Plänen von Friedrich Merz zur Corona-App:

„Merz hat nichts verstanden

Vertrauen ist der Schlüssel, damit solche Apps überhaupt (Teil)Erfolg haben können. Alle zentralisierten Apps mit Ortungsdiensten wie in Frankreich sind wegen irrelevanter Nutzungszahl gescheitert.

Und auch, wenn einige in Deutschland über die geringe App-Nutzung meckern: Wir haben die meist genutzte Corona-App in Europa. Vielleicht sogar die meist genutzte in allen demokratischen Staaten. Warum? Weil man konsequent auf Datenschutz & Transparenz gesetzt hat.

Das Merz alles das über Bord werfen würde, nur damit alle App-Nutzer getrackt werden können, lässt eigentlich nur 2 Schlüsse zu:

1. Dieser Mann hat keine Ahnung, was bei so einer App in einem demokratischen Land wichtig ist.

2. Dieser Mann ist schlicht bösartig, und will mit dieser Überwachung unter dem Deckmantel des „Gesundheitsschutzes“ die Deutschen schon mal für zukünftige Datensammelei in der Gesundheitsbranche (siehe Spahns geplante Weitergabe von Daten an Forschungsunternehmen) weichklopfen.

Was von beiden zutrifft und was davon schlimmer ist, darf gern jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich finde, dass beide Erklärungen Herrn Merz disqualifizieren.“

Dazu passt, dass Friedrich Merz noch im Dezember seinen früheren Arbeitgeber BlackRock als „nachhaltig“ lobte. Denn Monitor-Recherchen dazu zeigten eindeutig: Der Finanzkonzern investiert Milliarden in klimaschädliche Geschäfte…

Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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