Wer geht nächsten Sonntag Nazis wählen?

europaparlamentWenn nicht ab und zu ein zerknitterter Ex-Fussballer und Ex-Buchhändler aus Würselen namens Martin Schulz und ein Ex-Finanz- und Premierminister namens Jean-Claude Juncker bei Pseudo-Duellen im Fernsehen auftauchen würde, wüßte man kaum, dass nächsten Sonntag die inzwischen achte Europawahl stattfindet.

Das Märchen von der Kommissionspräsidentschaftskandidatur

Beide wollen angeblich Präsident der EU-Kommission werden – dabei bestimmt der Wähler das überhaupt nicht, sondern nur die mauschelnden Regierungschefs der Mitgliedsländer von Mutti bis Orban.

Das liest sich beispielsweise in der Wikipedia so: “Im November 2013 wurde bekannt, dass Schulz nach der Europawahl im Mai 2014 für das Amt des Kommissionspräsidenten kandidieren wird.” Ein wenig um die Ecke, damit es nicht jeder sofort versteht…

Schulz kandidiert also erst nach der Europawahl um den Posten des Präsidenten der EU-Kommission – oder auch nicht, denn das besimmen dann ja wohl letztlich Mutti, Orban und ihre Kollegen und nicht der Wähler. Und sowas wird uns als Demokratie verkauft…

Juncker ist auch so ein Problemfall. Der hat aus dem armen, kleinen Luxemburg eine Steueroase mitten in Europa gemacht, die den EU-Partnern die dringend nötigen Steuerzahlungen der großen internationalen Konzerne von Amazon bis Facebook und Google mit riesigen Rabatten regelrecht stiehlt.

Den Luxemburgern geht es gut wie nie zuvor, in Deutschland verrottet die Infrastruktur. So ein Mann kann doch einfach nicht wählbar sein. Naja – ist er ja auch eigentlich nicht – er wird ja von Merkel, Orban & Co. einfach bestimmt…

Ich höre David Cameron schon mauscheln: “Na gut, Du kriegst den Schulz als Kommissionspräsidenten, dafür wollen wir aber direkten Zugang zu den deutschen Internet-Austauschpunkten. Du kennst ja den Spruch der Konkurrenz, Angie: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Genau genommen läuft die sogenannte Europawahl in einigen Ländern schon ab nächsten Donnerstag, dem 22.5.2014 und endet mit dem Wahltag in Deutschland, Österreich und Luxemburg am nächsten Sonntag, dem 25.5.2014.

Noch nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten weiß, für wen sie stimmen will. Und mehr als die Hälfte wollen entweder nicht wählen gehen oder sind sich nicht sicher. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 43 Prozent, das dürfte diesmal wohl kaum viel besser werden.

Die braune Flut kommt hoch

Wenn die Bürger so langsam dahinter kommen, dass sie weder Schulz noch Juncker wählen können, wenn die Interessen der Europäer mit Vorhaben wie TTIP in Hinterzimmern der EU an die Amis verkauft werden, die Armut besonders in den Südländern immer weiter steigt – und der Reichtum der fünf Prozent Superreichen in Europa in exorbitante Höhen wächst, muss man sich nicht wundern, dass Nazis bei dieser Wahl hoch im Kurs stehen.

Mit bis zu 30 Prozent könnte die braune Brühe aus Geert Wilders, Jean-Marie Le Pen, Viktor Mihály Orban, Bernd Lucke, Horst Seehofer und wie die rechten Früchtchen alle heißen als Sieger aus den Europawahlen hervorgehen.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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