Wer sich die Fussball-WM in Katar anschaut, macht sich mitschuldig an Ausbeutung und Tod der Arbeiter

Arbeitsmigranten auf einer Baustelle in Doha im März 2013: © Amnesty InternationalNein – ich werde mir nicht ein einziges Spiel der Fussball-WM in Katar anschauen.

Nicht etwa wegen der hochbezahlten Profis, die sich bei mehr als 40 Grad in der heißen Wüstensonne die Gesundheit ruinieren, und das nur, weil ein extrem korrupter Weltverband unter dem “Master of Corruption” Sepp Blatter sich von zu reichen Scheichs für eine WM in der Wüste hat schmieren lassen. Das ist doch wie ein totgeborenes Kind, das sich im Sande verlaufen hat.

Aber das ist deren Sache, denn die Profi-Spieler bekommen viel Geld dafür und hätten damit auch die Macht, so etwas zu verhindern.

Vor allem aus diesen Ländern kommen die Migranten, die in Katar unter oft katastrophalen Bedingungen arbeiten müssen: © Amnesty InternationalIch denke dabei ausschließlich an die Arbeitssklaven, von denen schon Hunderte in Katar ihr Leben ließen  und die bis zu ihrem Tode von Blatter and Friends in übelster Art und Weise ausgebeutet wurden und werden.

Der neueste Amnesty-Bericht “The Dark Side of Migration: Spotlight on Qatar’s Construction Sector Ahead of the World Cup” (Die dunkle Seite der Migration: Ein Schlaglicht auf den Bausektor vor der WM) dokumentiert an vielen Beispielen ein alarmierendes Ausmaß von Ausbeutung bis hin zu Zwangsarbeit.

Viele Arbeiter erhalten oft monatelang keinen Lohn und werden trotzdem zur Arbeit gezwungen, indem man ihnen mit einem kompletten Lohnausfall oder der Abschiebung droht“, sagt Regina Spöttl, die Katar-Expertin von Amnesty International Deutschland.

Dieser Bericht beschreibt darüber hinaus, wie die schlechten Arbeits- und Wohnbedingungen Leben und Gesundheit der meist aus Zentralasien stammenden Arbeiter gefährden.

Auf vielen Baustellen werden ihnen keine Schutzhelme oder nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung gestellt. Sie werden in überfüllten Unterkünften untergebracht, wo es zum Teil weder Strom noch fließendes Wasser und sanitäre Anlagen gibt.

Eine Zuliefererfirma beim Bauprojekt für das WM-Hauptquartier der FIFA zwang ihre Arbeiter, an sieben Tagen pro Woche bis zu zwölf Stunden täglich zu arbeiten – auch in den extrem heißen Sommermonaten.

Ein großes Problem ist das sogenannte “Sponsorengesetz” von 2009, das ausländische Arbeiter dazu verpflichtet, die Genehmigung ihres Arbeitgebers einzuholen, wenn sie diesen wechseln oder Katar verlassen möchten“, sagt Regina Spöttl. “Die Unternehmer nutzen dieses Gesetz, um ihre Arbeiter unter Druck zu setzen.

In einem Fall konnten Amnesty-Ermittler beobachten, wie gleich elf Männer zusammen erpresst wurden, im Beisein von Regierungsbeamten fälschlich ihren Lohnerhalt zu quittieren, damit sie ihren Pass zurückbekamen.

Der Bericht macht deutlich, dass die vorhandenen Gesetze zum Schutz von Arbeitsmigranten in Katar dringend erweitert werden müssen. Auch hat es die Regierung versäumt, Verstöße gegen die existierenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen konsequent aufzudecken und zu ahnden“, kommentiert Regina Spöttl. “Die Regierung, aber auch die FIFA und die WM-Organisatoren müssen schon jetzt den Ausbau von Sportstätten und Infrastruktur zum Anlass nehmen, weitere Menschenrechtsverletzungen zu verhindern und zu zeigen, dass sie es mit den Menschenrechten ernst meinen.

Sie können auch helfen: Zeichnen Sie wie schon 650.000 Menschen vor Ihnen die internationale Petition an die Verantwortlichen mit.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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