WhatsApp oder NoWhatsApp – das ist hier die Frage

whatsapploeschenDer dreisteste Datendiebstahl aller Zeiten geht in die Endrunde: Wer bis Dienstag (übermorgen) nicht die neuen “Datenschutzerklärung” des Messengers WhatsApp abhakt, die eher eine Zustimmung zum Diebstahl eigener Daten und der Daten aller Menschen in Ihrem Telefonbuch inklusive Zuschieben der rechtlichen Verantwortung dafür ist, kann den Messenger dann nicht mehr nutzen.

Diebstahl mit Verschiebung der Verantwortung vom Dieb auf das Opfer

facebook_sucksUnd das ist auch das Beste, was man in dieser Situation für sich, seine Verwandten, Freunde, Bekannten und Geschäftspartner tun kann, die einem gewiss nicht ihre Telefonnummer gegeben haben, um sich durch die Zuckerberg-Firmen WhatsApp und Facebook ausspionieren zu lassen.

Jemand, der Zugriff auf unsere Telefonnummer und unsere Kontakte hat, kann damit enorm viel über uns herausfinden. Beispielsweise wen wir kennen, was wir gerne machen, welche Ärzte wir im Telefonbuch gespeichert haben…

Damit Sie ein Gefühl für den dreisten Datendiebstahl und dessen Folgen für Sie persönlich bekommen, habe ich schon letzte Woche zusammengestellt, warum die Datensammelei von WhatsApp, Facebook, Google, Apple und anderen Datenkraken für Sie extrem gefährlich werden kann.

Immer mehr Nutzer wechseln auf andere Messenger

Nach einem Bericht von Focus Online laden immer mehr Menschen alternative Messenger herunter:

  • Das kostenpflichtige Threema aus der Schweiz, das auf die Telefonnummer-Pflicht bei seinen Nutzern verzichtet, berichtet im Firmenblog von einer Verdreifachung der täglichen Downloads. (Für iPhone/Für Android)
  • Auch der kostenlose Messenger simsME von der Deutschen Post sprach auf Nachfrage von FOCUS Online von einer Verdreifachung der Anmeldungen pro Tag, seit WhatsApp die Nummernweitergabe an Facebook verkündete (Für Android).
  • Eine Verdopplung der Anmeldungen konnte der kostenlose Dienst Wire bekanntgeben, der ebenfalls ohne Telefonnummer funktioniert. Der Messenger hat seinen Quellcode im Gegensatz zu WhatsApp komplett veröffentlicht. Der Dienst kommt ebenfalls aus der Schweiz (Für iPhone/Für Android).

Bei der Auswahl eines anderen Messengers sollten Sie beachten, daß er eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung haben, seine Daten aus rechtlichen Gründen in Europa speichern und und keine Telefonnummer zur Anmeldung abfragen sollte.

threemaEs scheint sich herauszustellen, daß der Schweizer Messenger Threema am meisten von dem dreisten Datenklau des Facebook-Konzerns profitiert. Aus Sicherheits- und Privatsphäre-Erwägungen ist das in meinen Augen auch eine sehr gute Wahl.

Messenger kamen als Ersatz der teuren SMS auf

Eingebrockt haben uns das im Grunde die Politiker, die die Cashcow der Deutschen Telekom haben melken lassen, bis sie dem Staatskonzern immer weniger Milch gab und letztlich wegen massenhafter Flucht der Nutzer aus den völlig überteuerten SMS zu Messenger-Apps unter den melkenden Händen verstarb.

Eigentlich ist es für jeden Nutzer schon ein Muß, WhatsApp von seinem Smartphone zu entfernen, denn diese App mach den Benutzer letzlich strafbar (merkwürdig, aber korrekt formuliert).

Sicherung Ihrer WhatsApp-Daten und -Medien

whatsapp_screenshot_2016-09-25-10-31-30Mit ausschlaggebend für die Auswahl einer Alternative zu der Datendieb-App von WhatsApp und Facebook ist natürlich, auf welchen Messenger Ihre Verwandten, Freunde, Bekannten und Geschäftsfreunde umsteigen.

Achten Sie aber im eigenen Interesse darauf, daß Sie den Teufel nicht mit Beelzebub austreiben – es gibt auch noch andere Messenger, die gierig auf Ihre Daten sind, wenn auch in der Regel nicht so unverschämt wie Mark Zuckerbergs Facebook-Konzern!

Wer sich nicht sicher ist, ob er seine Chats aus WhatsApp nochmal brauchen wird, kann sie unter Einstellungen / Chats / Backup bzw. Einstellungen / Chats / Verlauf sichern, archivieren.

Dort gibt es auch eine Funktion, sich einzelne Chatverläufe mit allen Medien als Email zusenden lassen, bevor man die WhatsApp-App endgültig von seinem Smartphone löscht.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Internet, Kommentar, Mobilgeräte, News, Politik, Recht, Sicherheit, Soziales, Tipps und Tricks, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu WhatsApp oder NoWhatsApp – das ist hier die Frage

  1. Nils sagt:

    Das bringt doch alles nichts. Es gab schon so oft Meldungen, das die Nutzerzahl bei irgendwelchen alternativen Messengern steigt. Das ist aber alles nur ein kurzfristiger Hype. Spätestens wenn die User dann nach zwei Wochen merken, dass kaum einer der eigenen Kontakte beim neuen Messenger zu finden ist, gehen die allermeisten wieder zu WhatsApp zurück. Und wenn man sich die Statistiken anschaut, wird WhatsApp am Ende nicht weniger Nutzer haben, sondern weiter stetig wachsen.

    Traurig, ist aber so!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.