Windiger Finanzierer Prokon hat Insolvenz angemeldet

ProkonWindparkfinanzierer Prokon hat heute offiziell mitgeteilt, dass er beim Amtsgericht Itzehoe Insolvenz angemeldet hat. Das Gericht bestellte jetzt den Hamburger Rechtsanwalt Dietmar Penzlin zum Insolvenzverwalter für die Firma Prokon Regenerative Energien GmbH.

Das den Anlegern gestellte Ultimatum der Firma, ihr Geld nicht abzuziehen, war vor zwei Tagen abgelaufen. Prokon hatte hauptsächlich bei Kleinanlegern 1,4 Milliarden Euro in Form von Genussrechten eingesammelt, eine Art Aktie ohne Mitbestimmungsrecht.

95 Prozent der Anleger hätten eine Erklärung abgeben müssen, nach der sie ihre Genussrechte zunächst behalten und nicht kündigen würden, damit – angeblich – das Unternehmen die Insolvenz vermieden hätte. Das Geld der Kleinanleger dürfte mit der Insolvenz jetzt nahezu vollständig verloren sein.

Wer in Zeiten, in denen die Zentralbank das Geld fast zinslos (0,25 %) ausgibt und das Geld der Menschen auf der Bank nach Verzinsung und Abzug der Inflation immer weniger wert wird, mit Zinsversprechen von 8 Prozent zur Anlage verführen lässt, hat es aber fast nicht besser verdient.

Es ist doch klar, dass die minimal 6 Prozent und häufig auch 8 Prozent Verzinsung bei den Prokon-Genussscheinen in solchen Zeiten einfach nicht erwirtschaftet werden können, und dass nur ein Schneeballsystem so hohe Zinsen finanzieren kann.

Prokon verkauft seine Anleger aber immer noch für dumm: “Das bedeutet allerdings keineswegs das Aus für Prokon“, schreibt die Firma in einem auf der Internetseite veröffentlichten Schreiben an die “lieben Genussrechtsinhaber“. “Wir sind nach wie vor operativ gut aufgestellt und sind zuversichtlich, dass wir die aktuellen Schwierigkeiten überstehen werden.

Geht’s noch? Einmal abziehen reicht doch nun wirklich!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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