WLAN könnte Menschen in die U-Bahn locken

Man mag es ja kaum glauben, aber die Regierung von Oberbayern hat die Ausweitung des freien WiFi-Angebots M-WLAN auf alle Zwischenetagen (Sperrengeschosse) und Bahnsteige der Münchner U-Bahn durch ihre Technische Aufsichtsbehörde (TAB) verboten.

Einen Antrag dazu hatten die Grünen / Rosa Liste nach einer Pressemitteilung von Donnerstag schon 2017 gestellt – und der wurde jetzt abschlägig beschieden. Ob die ewig gestrigen Seehofers und Söders glauben, mit einer solchen Haltung mehr Stimmen bei der bayrischen Landtagswahl zu bekommen?

Verweigerung der Zustimmung wegen Sicherheitsbedenken

Grund für die Verweigerung der Zustimmung sind Sicherheitsbedenken. In der Begründung der Beamten des Freistaats heißt es lapidar, „Personen, die nicht an der Nutzung der U-Bahnen interessiert sind, [könnten] gegebenenfalls auch über einen längeren Zeitraum durch die Bereitstellung eines WLAN-Angebots in die U-Bahn-Haltestellen“ gelockt werden. „Das würde das ohnehin vorhandene Gefahrenpotential zum Beispiel bei einer Evakuierung im Brandfall“ vergrößern.

Jo, so san’s, die Seppls!

WLAN-Unterstützung in Lüdinghausen

Selbst hier im tiefschwarzen Münsterland-Städtchen Lüdinghausen bekamen wir in den neunziger Jahren viel Unterstützung nicht nur beim Aufbau der ersten Internetseiten, sondern auch bei der Einrichtung der ersten wirklich schnellen WLAN-Verbindungen.

Seinerzeit konnte die Post maximal ISDN-Verbindungen mit mageren 64 kBit anbieten, während es in Lüdinghausen schon Verbindungen über WLAN gab, die die Daten besenschnell mit bidirektionalen 4.000 kBit senden und empfangen konnten.

Unser „Dorf“ wurde durchaus der Avantgarde der Internet-Pioniere zugerechnet und konnte sich dank persönlichen Engagements mehrerer lokaler Internetprofis mit preisgekrönten interaktiven städtischen Internetseiten sogar gegen mehrere Großstädte wie zum Beispiel Frankfurt durchsetzen.

Zeitweilig gab es mit Unterstützung durch Politik und Verwaltung sogar ein WLAN-Relais auf dem Lüdinghauser Rathaus, um damit eine Verbindung zwischen dem Marktplatz und der Pferdewiese aufbauen zu können.

Tote Hose am Marktplatz

Auch heute engagiert sich unser Städtchen immer noch beim Freifunk-Bürgernetz – obwohl trotz des wachsenden Bedarfs gerade bei sozial Schwächeren leider hier in der Innenstadt inzwischen eine rückläufige Entwicklung eingesetzt hat – am Markt gibt es nur noch einen einzigen starken WLAN-Zugang, die anderen fünf sind irgendwie abhanden gekommen

Das hat aber wohl weniger mit fehlender Unterstützung durch das Rathaus, sondern mehr damit zu tun, dass heute keine Persönlichkeiten mehr in der WLAN-Szene agieren, die eine echte lokale Interessengemeinschaft bilden und pflegen.

Geht der stärkste Freifunk-WLAN-Zugang in Lüdinghausen offline?

Gerade erst in der letzten Woche wurde mir zugetragen, dass eine alte Bekannte aus dem Haus der Markt-Apotheke ausgezogen ist, was möglicherweise bald zum Abschalten des letzten am Marktplatz verbliebenen kostenlosen Zugangs zum Freifunk-Netz führt.

Und eine Diskussion dazu oder gar ein Ersatz für den immer noch am stärksten genutzten WLAN-Zugang zum Bürgernetz ist weit und breit nicht in Sicht…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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