Wolf Biermann, Wladimir Putin und Adolf Hitlers Autobahn

BiermannWolf_WikipediaCC_MarcoMaasWie kommt jemand, der die DDR und ihre Regierung so sehr liebte, dass er 1953 – kurz nach dem am 17. Juni jenes Jahres brutal von Panzern niedergeschlagenen Aufstand des Volkes gegen das Regime in der DDR – dorthin übersiedelte und dort auch studierte, dazu, sich jetzt zu erdreisten, die Linke in Deutschland so anzugreifen, wie Wolf Biermann?

Der Opa war sogar Mitglied bei den Jungen Pionieren, der Jugendorganisation der SED, und macht jetzt einen auf Kommunistenfresser? Die Antwort ist klar: Der Mann ging selbst den SED-Bossen so sehr auf den Senkel, dass sie ihn nach einer Konzertreise in den Westen nicht mehr wieder in die DDR einreisen ließen – er wurde „ausgebürgert“. Eigentlich keine schlechte Lösung für den ewig Gestrigen, ob das heute bei uns noch möglich wäre? *grübel* 😉

Aber Spass beiseite: Gestern Abend durfte sich der alte Mann mal wieder im Fernsehen darstellen. Der Spiegel schreibt zu seinem Auftritt bei Günther Jauch: „Und da Biermann erst kürzlich im Bundestag so herzhaft gegen die Linken vom Leder gezogen hatte, würde er als bewährter Diktaturverächter und streiterprobter Polit-Poet sicherlich auch diese Veranstaltung unterhaltungsmäßig aufwerten. So hatten sich Jauchs Leute das wohl gedacht, und mancher Zuschauer dürfte ähnliche Erwartungen gehegt haben.

Die Erwartungshaltungen sollten sich aber nicht erfüllen, denn dort schimpfte Bierman nur auf den Spiegel, lobte die Kanzlerin, schimpfte auf Putin – und das war’s auch schon. Konstruktive Beiträge vom altersstarrsinnigen Barden gab es nicht.

Die durchaus guten Diskussionsbeiträge kamen durch die Bank von anderen: Platzeck, Lambsdorff und Krone-Schmalz. Moderator Jauch schwächelte auch, so dass diese drei die Diskussion letztlich allein, sachlich, qualitativ hochwertig und nachvollziehbar bestritten.

Zum Ende der Sendung kam Biermann nochmal dran, faselte davon, dass „Krieg nicht gut“ sei und Putin „nicht mal fähig, wie Hitler eine Autobahn von Moskau nach Petersburg zu bauen“ sei.

Zum Glück für Biermann, Jauch und das Publikum an den Fernsehgeräten war die Sendung damit zu Ende…

Foto: Wikipedia CC Marco Maas

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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