Zauberlehrling Mario Draghi ist am Ende

DAX20160310DraghiSchon die ganze Woche wartete die Börse auf neue Entscheidungen von Super-Mario Draghi, dem Chef der EZB. Daß er die Gelddruckmaschinen noch schneller laufen lassen wollte, war jedem ja schon klar, man fragte sich nur noch, wieviel schneller. Es sind jetzt 80 Milliarden Euro, die Draghi jeden Monat drucken läßt.

Nicht klar ist aber, wie die italienische Dumpfbacke auf die Idee kommt, daß man mit Gelddrucken eine Inflationshöhe erzwingen kann, die wegen massiv gefallener Rohstoffpreise nicht erreicht werden kann, auf die Zentralbanken absolut keinen Einfluß haben.

Negativzinsen – selten so gelacht

Den Leitzins hat Draghi jetzt von o,o5 auf glatt 0 Prozent gesenkt – das ist das Ende der Fahnenstange, Pulver komplett verschossen. Geld kostet in Europa ab sofort also gar nichts mehr. Geld in beliebiger Menge völlig ohne Kosten für die Banken. Bezahlen wird das letztlich alles der kleine Mann.

Da helfen auch keine Negativzinsen, Banken dazu zu bewegen, Kredite zu vergeben. Das tun die vernünftigerweise nur, wenn sie eine Chance sehen, das ausgeliehene Geld auch wieder zurückzukriegen.

Und die Negativzinsen für Banken, die Geld bei der EZB liegen haben, um ein weiteres Zehntelprozent von -03 nach 0,4 Prozent ins Minus zu schieben, macht auch nicht wirklich Sinn.

Zahlen wird letztlich der Verbraucher – aber nicht mehr mit Bargeld

Entweder geben die Banken das an ihre Kunden, die Verbraucher, als Negativzins oder Gebühr weiter oder sie lagern das Geld im eigenen Keller wie es auch Privatleute tun.

Deshalb will ja die Politik den Menschen das Bargeld wegnehmen – und damit auch einen enorm wichtigen Teil ihrer Freiheit.

Dagegen gibt es aber noch Gold, Silber, Diamanten, Fremdwährungen und last noch least die nach dem Ende des 2. Weltkrieges schon starke Zigaretten-Währung für die kleineren Geschäfte…

DAX: Erst kurz rauf, dann sehr lange runter

Direkt nach der Bekanntgabe seines „Last Puff“ durch Draghi zog der DAX zunächst um 200 Zähler an und erreichte fast die Zehntausender-Marke. Es brauchte dann noch eine Stunde, bis auch der letzte Börsianer begriffen hatte, daß auch der letzte „Schuss der dicken Berta“ ein Schuss in den Ofen war.

Danach war dann kein Halten mehr, der Kurs des DAX sackte bis unter 9.500 Zähler ab. Damit ist Draghis Pulver jetzt auch komplett verschossen, denn weniger als 0 Prozent geht ja wohl nicht. Obwohl – bei Typen wie Draghi weiß man nie…

Der angestrebte Erfolg, nämlich eine Inflation von ungefähr 2 Prozent zu bekommen, ist bis heute ausgeblieben. Wenn man es genau nimmt, ist die dahinterstehende Theorie sowieso mehr als fraglich. Schließlich sind wir Menschen nicht in Second Life, sondern reale Lebewesen in einer realen Welt.

Alles Pulver ist jetzt verschossen

Es klingelt mir noch in den Ohren, wie Draghi 2014 großschnäuzig das Anwerfen der Gelddruckmaschine ankündigte: „Believe me – it will be enough! (Glauben Sie mir – es wird genug sein!)„.

Es war nicht genug oder klarer gesagt: So funktioniert das prinzipiell nicht, Herr Draghi. Setzen, Sechs! Hätte er mal einfach nur die Klappe gehalten…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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