Zustelldienst GLS betrügt Online-Käufer

GLS20150502Ich habe am letzten Dienstag einen neuen Versuch unternommen, meinen defekten DVD-Writer durch einen online gekauften externen DVD-Writer zu ersetzen.

Weil ich beim letzten Versuch, so ein Gerät von Amazon / Allroundshop zu kaufen, Riesenprobleme mit der Lieferung hatte, habe ich diesmal bei Ebay / ausanho bestellt. Ich bekam eine Bestellbestätigung, das Geld wurde vom Paypal-Konto abgebucht und seit Mittwoch bin ich durchgehend zu Hause geblieben, um die Lieferung nicht zu verpassen.

Passiert ist genau dasselbe wie beim letzten Mal: Der Versand lief wieder über den Zustelldienst GLS, und am heutigen 2. Mai fand ich eine Benachrichtigung in meinem Briefkasten, dass man mich angeblich nicht angetroffen hat und ich die Lieferung in einem drei Kilometer entfernten GLS-Paketshop abholen soll. Das Feld für den Zeitpunkt des vorgeschobenen Lieferversuchs war auf der Abholkarte nicht ausgefüllt.

Genau wie im Oktober hat auch diesmal niemand bei mir geklingelt, denn ich war wegen der erwarteten Lieferung durchgehend zu Hause. Offensichtlich machen sich die GLS-Zusteller gar nicht mehr die Mühe, anzuklingeln und werfen einfach nur eine halb vorausgefüllte Abholkarte in den Briefkasten. So sparen sie sich die fünf Minuten, die es dauern könnte, anzuklingeln und das Päckchen auch zu übergeben.

Ich habe dann mal nach GLS-Lieferungen gegoogelt und gesehen, dass das bei GLS offensichtlich Methode hat. Alleine bei Testberichte.de fand ich Dutzende von Berichten anderer Online-Besteller, denen es mit GLS genauso ging. Die ersten zwei Dutzend Einträge habe ich durchgelesen – keiner war besser als „mangelhaft“.

Die Nachfrage bei einer Nachbarin hier im Forum Lüdinghausen, die gelegentlich Online-Bestellungen macht, ergab das gleiche Bild.

So spart der Zustelldienst GLS offensichtlich Zeit und Geld, indem er Leuten einen angeblichen Lieferversuch vortäuscht – und das nennt man in Deutschland Betrug.

Ich muss jetzt darüber nachdenken, ob ich mich von Nachbarn dort zur Abholung hin fahren lasse oder schlicht und ergreifend die Bestellung nach dem Fernabsatzgesetz widerrufe wie beim letzten Versuch.

Die New Economy lässt grüßen…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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3 Kommentare zu Zustelldienst GLS betrügt Online-Käufer

  1. Andi sagt:

    Mir ging es mit DHL so.
    Habe ein für 200 Euronen teures Elektrogerät bei Amazon gekauft.
    Laut Homepage ist es heute am Nachbarn ausgeliefert worden, eine Familie mit einen fast identischen Namen wie wir.
    Auch wurde kein Benachrichtigungshinweis ausgeteilt.
    Laut DHL ist das Gerät ausgeliefert und Amazon hat seltsamerweise andere Informationen.
    Ich habe den Zusteller von Amazon Grüße bestellen lassen, wenn das Paket bis 08.10-21015 bix 12.00 nicht bei mir ist gibt es bei der Polizie eine fette Strafanzeige.

    Grüße Andi

    • Klaus sagt:

      Hi Andi,

      mit DHL ist mir das bisher noch nicht passiert, mit GLS aber schon mehrfach. Ich kann das ja auch betriebswirtschaftlich verstehen, und auch die wie die Zitronen ausgequetschten, meist pseudoselbstständigen Paketboten tun mir auch richtig leid.

      Bei einem 200-Euronen-Deal ist das recht ärgerlich – und wenn Du es selbst überwiesen hast, kannst Du es auch nicht mehr zurückholen wie früher. Aber Du kannst nach dem Fernabsatzgesetz innerhalb 14 Tagen ohne Angabe von Gründen schriftlich vom Kauf zurücktreten – erfahrungsgemäß ist die Kohle dann recht schnell wieder bei Dir.

      Das ärgerliche daran ist ja, dass man die Ware ja haben wollte/musste, sonst hätte man sie ja nicht bestellt. Dann die Storniererei, Neubestellung bei einem anderen Lieferanten – und wenns um ein kurzfristiges Geburtstagsgeschenk geht, könnte es auch schon zu spät sein.

      Strafanzeige ist ja eigentlich nur Stress. Man sagt sich das in seiner Wut ja gerne, wenns gerade passiert ist. Aber hier käme Betrug eher nicht in Frage, denn einen Vorsatz dazu kannst Du kaum nachweisen, also viel Papierkram – und keine Aufnahme von Ermittlungen durch die Staatsanwälte. Da ist ein Rücktritt vom Kauf nach dem Fernabsatzgesetz schon zielführender – und dagegen kann der Verkäufer auch nichts machen.

      Ich drück die Daumen, dass Deine Ware vielleicht doch noch auftaucht.

      Gruß Klaus

  2. Pingback: Unter aller Sau: die Tricks der Paketdienste | Klaus Ahrens: News, Tipps und Fotos

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